 Damit unterscheiden schon allein spezielle Vision und vollzogener Experimentierwille - der hier zugleich Experimentiervermögen bedeutet - die Soft Hills von häufig gerade auf Tradition bedachten Folkmusikern. Weniger geschieht dies aus Missachtung oder im Sinne einer naiv-plakativen Destruktionspose. Vielmehr versucht die Gruppe das Americana-Genre eigenwillig und trotzdem nicht sperrig zu bereichern - was ihnen auch gelingt.Den Liedern bekommt derweil die rustikale Produktion: Klanglich angesiedelt irgendwo zwischen den Byrds, Fairport Convention, den ersten Solo-LPs von Neil Young und den Balladen der Eagles, inmitten natürlicher Hallräume und mittellaut aufgedrehter Röhrenverstärker, kommen die melancholischen Melodien prächtig zur Geltung. Das mal leichtfüßig tänzelnde, mal schwermütig dahinschlurfende Album etabliert nachdenkliche Western-Stimmung in "It Won't Be Long, Falling Leaves", tönt geradezu sakral mit "Days When We Were Young And Free", rockt gemäßigt, milde gestimmt. Und wenn all diese Elemente zusammenfinden, etwa im wunderbaren "River Boat", klingen die Soft Hills betörend schön. Fast als könnte die Zeit mit ihnen stehenbleiben.
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