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Moebius & Beerbohm - Double Cut/Strange Music |
23.08.2010
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Gut zu wissen, dass Menschen darum besorgt sind, in ganz unterschiedlichen Bereichen, Gutes zu tun. Für Wiederentdeckungen und Neuerschließungen vergangener Großtaten auf dem Gebiet der elektronischen Musik, ehedem auf dem Label "Sky" erschienen, übernimmt "Bureau B" die Verantwortung. Darum wird es, voraussichtlich in absehbarer Zeit, möglich sein, das Gesamtwerk von Dieter Moebius kennen, schätzen und lieben zu lernen.
 Gerade aufgrund seiner Teilhabe an den beiden wegweisenden Gruppen Cluster und Harmonia haftet Moebius spätestens seit den Neunzigern, als Krautmusik ein neues Publikum erschließt und musizierend Bezug Nehmende immer zahlreicher werden, der Titel Legende an. Ausgeblendet bleiben im Rahmen solcher Betrachtungen und kurzsichtigen Huldigungen, wie kreativ und schaffensfroh auch neben den beiden Konsensbands gearbeitet wurde und wird. Gerade auch unter seinem eigenen Namen erschafft Moebius unermüdlich neue Klangentwürfe.
Zwei Alben entstehen in der ersten Hälfte der Achtziger in Kooperation mit dem jungen Bassisten Gerd Beerbohm. Im September 1981 nimmt das Duo "Strange Music" auf, eine monoton-repetetive, robotisch-metallische, ziemlich fies und ätzend tönende Stückzusammenstellung. Strenge Kompositionen frei von melodischen Schnörkeln, wie "Ying Yang" oder "Fortschritt", mit ihren stoischen Basslinien und raumgreifenden dissonanten Synthsägen, stehen in der Nähe zu Post-Punk-Experimenten, wie denen, welche Johnny Rottens Sex Pistols-Nachfolgeband, die neu tönenden P.I.L., zur gleichen Zeit veröffentlichen. Reggae- und Dub-Bezüge sind deutlich vernehmbar, doch abstrahiert und tief unterkühlt verwandelt.
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Das zweite gemeinsame Album von Beerbohm und Moebius, "Double Cut", bedeutet leider bereits das der Öffentlichkeit zugängliche Ende der fruchtbaren Zusammenarbeit. Bedrohlich anmutende Klangkaskaden hält auch die zweite LP des Duos bereit. Diese sorgfältig konstruierte, sich entfremdet gebende Musik pulsiert und pumpt, kratzt und wabert. Wenige Schallereignisse und auch lediglich ausgesuchte Effekte - wie Delay, Chorus und Flanger -, benötigen die atmosphärischen Stücke, um in den Händen ihrer Konstrukteure verwirklicht zu werden.
"Double Cut" ist weniger scharf, weniger bissig als "Strange Music", dafür unerbittlich in seiner rhythmischen Geradlinigkeit und tonalen Strenge, welche bereits deutlich in Richtung Techno und House weist. Dies erreicht vor allem das zentrale Stück des Albums, "Doppelschnitt", eine faszinierende Groove-Lektion mit Vorbildcharakter, zukunftsweisender Minimalismus.
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Tobias Stalling http://www.moebius.com | http://www.bureau-b.com
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