 Die Kurzform: Alle waren um Meilen besser, seien es die Beats (Die Firma), der Flow (Olli Banjo, Kraftklub) oder die Stories und Wortwitze (Blumentopf und Dendemann). Ich hätte es selbst nicht geglaubt, dass ich so etwas je schreibe, aber selbst das neue Album vom deutschtümmelnden Fler ("Flersguterjunge") ist abwechslungsreicher und besser.Im Grunde kann Eko Fresh nur eine Rolle spielen: Die des überheblichen Kommerz-Arschlochs. So nennt er sich selbst mehrmals auf dem Album, dass es schon so klingt, als müsse er sich krampfhaft an dieser Beleidigung festhalten, damit er überhaupt ein Image behält. Denn wer Selbstüberschätzung, Arroganz und Hochmut außer seinen Texten entfernt, erhält: Stille. Während einige Rapper ihre Texte im Booklet der CD abdrucken, finden sich bei Eko Fresh dort nur viele Fotos von - Überraschung - sich selbst. Ist ja auch kein Wunder: Mit den beiden Singles "Königin der Nacht" und "Arschloch" biedert er sich so stark bei den Mainstream-"Ich mag eigentlich alles, was so im Radio läuft"-Pop-Hörern an, dass kein Platz mehr für Experimente bleibt. Und wer jetzt meint, über eine Sinfonie von Mozart zu rappen ("Ein-Mann-Orchester"), sei originell: Das hat MC René schon vor zehn Jahren auf "Ein Album namens Bernd" gemacht. Interessanterweise ist der beste Song des Albums gar nicht auf "Was kostet die Welt?" zu hören. Zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Albums stellte er den Track "Der Einspruch" als kostenlosen Download auf seine Webseite. Dieser Song hat mehr Wucht als die 18 Tracks der CD zusammen. Immerhin ist das eine nette Geste für die Fans. Ladet euch den Song runter und überspringt dieses Album, denn Eko ist nicht mehr jung und braucht das Geld nicht mehr.
Robert Kneschke
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