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The Wave Pictures - Susan rode the cyclone 

04.05.2010

Nein, kleine Kätzchen sind sie nun wirklich nicht mehr, auch wenn die Wave Pictures gleich zu Beginn selbiges verkünden: „We've got time to kill, we are only kittens. We've got all the songs waiting to be written“. Trotz ihres immer noch jugendlichen Alters ist die Band um Gitarrist und Sänger David Tattersall eher ein alter Hase im Musikgeschäft. Unzählige Platten haben sie herausgebracht, die wenigsten davon offiziell, und bestimmt noch mehr Lieder auf ihrer Homepage verschenkt. Die Lieder fliegen den Kätzchen also weiterhin zu. Und so wundert es nicht, dass nun bereits im Frühjahr mit „Susan rode the cyclone“ der Nachfolger zum letztjährigen „If you leave it alone“ in den Läden steht. Überraschend ist allerdings, dass mit David Tattersalls erstem Soloalbum sowie „Stanley Brinks and the Wave Pictures“ gleich drei Werke mit den Mannen aus London um die Gunst des Publikums buhlen.

Wer die Wave Pictures noch nicht kennt, hier ein kurzer Abriss davon, was einen erwartet: schmissige Melodien, zu herrlich geschrammelter und manchmal leicht verstolperter Musik, bissige Texte, denen der Schalk nicht nur im Nacken sondern meist gleich auf dem Schoß sitzt. Dazu die sympathische Art Tattersalls, die dem Begriff „Storytelling“ alles Biedere nimmt und zu einem Erlebnis macht. Eine Platte der Wave Pictures zu hören ist wie einen Abend mit alten Freunden zu verbringen. Nachdem „If you leave it alone“, um im Bild zu bleiben, nicht grad das ausgelassenste Treffen war, sondern neben einigen Highlights auch manch halbgares und im Midtempo verfangene Stück enthielt, legt „Susan...“ gleich los wie die Feuerwehr. „Kittens“ und „I shall be a ditchdigger“ klingen frischer und raubeiniger als der komplette Vorgänger. David Tattersalls Stimme quengelt, die Gitarre dengelt, Bass und Schlagzeug geben dazu solide rumpelnd die Richtung vor. Wie überhaupt die schmissigen, nach vorne gerichteten Lieder den stärksten Eindruck hinterlassen. „Cinnamon Baby“, das sich erst fast überschlägt, um dann plötzlich in das seltsamste Giterrensolo in Tattersalls Karriere zu münden, sowie „Blind Drunk“, das mit den ergreifenden Zeilen schließt: „I was blind and I was drunk. I was drunk and I was drunk and I was drunk and I was drunk.“ Was bleibt einem bei so viel glückseliger Trunkenheit noch weiter übrig, als am Ende zu sagen: „Danke Freunde, ich freue mich schon jetzt auf das nächste Mal“.

Dennis Deter

http://www.thewavepictures.com | http://www.myspace.com/thewavepictures

  • 04.05.2010, Bang Bang Club, Berlin
  • 06.05.2010, Swamp, Freiburg
  • 07.05.2010, Franzis Festival, Wetzlar
  • 08.05.2010, Amp, Münster
  • 09.05. 2010, Hafen 2, Offenbach
  • 10.05.2010, Weltempfänger, Köln
  • 11.05.2010, Ostpol, Dresden
  • 12.05.2010, Atomic Cafe, München

 

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