
Auch das wegen der Folgen des isländischen Vulkanausbruchs über mehrere Tage verhängte Flugverbot hat die vielen anberaumten Aufführungen an Nachmittagen, Abenden und in den Nächten nicht nachhaltig stören können. Lediglich der Eröffnungsabend, "Overseas Jazz Night" tituliert, wies Lücken auf. Und einige Stände im Ausstellungsraum blieben leer – das skandinavische Label "Rune Grammofon" musste kurzfristig absagen.Ansonsten herrschte mehr denn reges Treiben auf den Bühnen des Kongresszentrums, Schlachthofs und, eine weitere Neuerung, des Musicaltheaters. Junge und alte, neue und legendäre Jazzmusizierende, Talente und Stars präsentierten ihre Tonkunst. Gitarrengott John McLaughlin spielte am Freitag vor ausverkauftem Haus und durfte einen Ehrenpreis für sein Werk entgegennehmen. Dies geschah, während in der Kesselhalle des Bremer Schlachthofs Jazztradition und Gegenwartsströmungen den Saal füllten. Besonders mitreißend war in diesem Rahmen der Auftritt von Ilhan Ersahins Istanbul Sessions. Komplexe und vitale Rhythmen trafen auf wohlige Melodien sowie treibende Basslinien. Und verbanden somit Eleganz und Vitalität, Klangfarbenreichtum und Virtuosität. Es gab allerdings noch viele weitere konzertante Höhepunkte im Rahmen der Messe. Ähnlich gelungen wie der Auftritt der türkischen Globetrotter um Saxofonist Ersahin, also nahezu sensationell, waren am Sonnabend die kurzen Auftritte des vielköpfigen Andromeda Mega Express Orchstra und von Julia Hülsmanns Trio.
Großartig war also, was die Macher der Messe auch in diesem Jahr einem weiter wachsenden Publikum anzubieten verstanden. Gerade der große Saal des Schlachthofs allerdings, in direkter Nachbarschaft zum Kongresszentrum gelegen, wird wohl im nächsten Jahr dem Publikumsandrang nicht mehr gewachsen sein. Was durchaus auch als gutes Zeichen und Signal für die Zukunft zu interpretieren ist.
|