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Love Never Dies – die Musicalfortsetzung vom Phantom der Oper 

08.03.2010

Fast ein viertel Jahrhundert nach der Premiere eines der erfolgreichsten Musicals „Das Phantom der Oper“ wird die Geschichte nun auch musikalisch fortgesetzt.

Love Never Dies – die Musicalfortsetzung vom Phantom der OperLove Never Dies – die Musicalfortsetzung vom Phantom der OperWer erwartet, dass „Love Never Dies“ in Komposition und Handlung ein direkter Weiterfluss seines Vorgängers ist, wird enttäuscht. Man sollte sich auf Überraschungen gefasst machen. Zwar begegnen wir den Protagonisten des ersten Teils wieder: Christine, die inzwischen eine gefeierte Operndiva ist; Roul, ihrem Mann, der zum alles verzockenden Spieler verkommen ist; und natürlich dem Phantom, das von der Pariser Oper nach New York übergewechselt ist und dort auf Coney Island eine Freakshow unterhält. Hier begegnen sich die Charaktere erneuet und das verwirrende und verstörende Spiel beginnt.

Die Musik ist schon wenige Tage nach der Premiere am 9. März im Londoner Adelphi Theatre auf einer Doppel-CD erhältlich. Wie auch die Handlung knüpfen die Kompositionen nicht einfach an den Vorgänger an. Es ist ein für sich stehendes Werk mit eigenen musikalischen Themen. Doch sehr geschickt sind subtile Fragmente von Melodien des ersten Teils eingeflochten. Dramatische und gefühlvolle Melodien wechseln sich ab, sanfte Klänge mit orchestralen Passagen – eben ein echter Andrew Lloyd Webber. Wohl um dem Handlungsort Rechnung zu tragen, wurden etliche sehr amerikanisch anmutende Shownummern eingeflochten.

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Love Never Dies – die Musicalfortsetzung vom Phantom der OperLove Never Dies – die Musicalfortsetzung vom Phantom der OperBesonders eingehend ist die ergreifende Arie des Phantoms „’Til I Hear You Sing“ – auf der CD vom beeindruckenden Ramin Karimloo gesungen. Schöne Duette zwischen Phantom und Christine sind „Beneath A Moonless Sky“ und „Once Upon Another Time“. Auf ausgeweitete Koloraturen, wie im ersten Teil, muss man verzichten, doch Sierra Boggess singt die hohen Passagen kraft- und gefühlvoll. Ein echter Kontrast ist das rockige „The Beauty Underneath“ und zu den einprägsamen Instrumentalstücken gehört auf jeden Fall „The Coney Island Waltz“.

Die Doppel-CD bietet mit 22 Tracks eine Gesamtaufnahme des Musicals. Wie ich finde eine schöne Möglichkeit sich von der Musik einen Eindruck zu verschaffen. Denn ob und wann das Stück hierzulande aufgeführt wird ist völlig offen. Nach der Welturaufführung in London wird es ab November in New York zu sehen sein und für das kommende Jahr wurden Aufführungen in Australien bestätigt.

Es wird sicher kaum möglich sein, dass „Love Never Dies“ an den Erfolg von „Das Phantom der Oper“ anschließen kann. Ich finde aber, dass es interessant und angenehm anzuhören ist. Ob das Werk ein würdiger Nachfolger ist, wird jeder individuell entscheiden.

Kai Schmidt

http://www.loveneverdies.com

 

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