 Fast alle Songs seines ersten Albums "Neidlos" gibt es bei YouTube zu hören und sie verbreiteten sich viral über Blogs und Foren. Für sein zweites Album hat er etwas gespart und es gab die Songs vorher nicht zu hören.Im Vergleich zum ersten Album ist es poppiger, aber textlich auch anspruchsvoller und vielseitiger. Gut vergleichbar ist das beim Song "HDL" der ersten CD mit "Jenny" vom aktuellen Album "Ohrenpost", die inhaltlich beide den Online-Wahn thematisieren. Trotzdem ist es immer die gleiche Leier: Da wird einer ein Jahr lang als Insider-Tipp durch das Netz gereicht, die Leute freuen sich, was Neues, Unverbrauchtes gefunden zu haben, was sie mögen und was auch noch gut klingt und dann kommt das zweite Album mit dem Major-Label im Rücken, es wird wie wild beworben, jeder Depp kennt es und auf einmal ist es weniger cool. Dabei ist Jasper ein gutes Beispiel für eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Das erste Album mit Gitarre und ähnlichen Akkordfolgen, das zweite mit mehr musikalischer und rhythmischer Vielfalt, die Texte weniger schwülstig, weiter weg von Klischees und den schnulzigen Themen, dafür mehr witzige Beobachtungen ("Gewittertierchen") und elegantere Reime ("Unser Sommer"). Ach ja, eine tolle Stimme hat der Junge auch. Deshalb ist Jasper auch eine Empfehlung von mir für alle, die auf unterhaltsame Singer/Songwriter mit Anspruch stehen.
Robert Kneschke
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