 Mittlerweile im süffisanten, swingenden Modern Jazz angekommen, sanft bis fordernd und dennoch laid back, nimmt der Trommler von der Raserei seiner Sturm-und-Drang-Zeit Abstand, verweist mit Neuinterpretationen eigener Stücke aus der Vergangenheit aber auf eben diese Entwicklung. Weit entfernt von Hysterie und abrupten Wechseln, geht Cobham die Sache weitaus gemächlicher an.
Der locker federnde Groove ist das Zentrum der älteren wie neuesten Kompositionen. Heiter und entspannt sind die Stücke von Cobhams "Palindrome". Raffinesse blitzt jedoch allüberall auf, wird allerdings auf die verschiedenen Instrumentenstimmen gerecht verteilt. Aberwitzige Farbtupfer in der Klangmalerei setzen die Marimba, Steel Drums und Percussions von Marco Lobo. Erdend darunter wirken die im Tempo reduzierten Bar Jazz-Passagen und milden Soli. Gerade der schnurrende Bass, gespielt von Philippe Chayeb, weiß dabei besonders zu gefallen. Im Grunde aber überzeugt die harmonische Ensembleleistung. Sie unterstreicht Cobhams Arrangierfähigkeiten, welche oft schon unbeachtet geblieben sind.
Der smooth stolzierende Funk dieser zehn von Cobham ersonnenen elektrischen Jazzfusionen, elegant und wendig, bisweilen höchst vital, ist eine geschmeidige Annehmlichkeit. Das für Palindrome gewählte Genre bleibt das angestammte Metier des Meisters.
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