 Der jüngste Output „A Night at Loreley“ zeigt die Band bei ihrem Auftritt auf der legendären Loreley-Bühne im Rahmen des „Night-of-the-Prog“-Festivals. Der halbe Six-Pack besteht aus zwei CDs und einer DVD, wobei mich die nur-Audio-Variante ehrlich gesagt mehr überzeugt. Hier gibt es nichts zu bemängeln – großartige Songs, perfekt vorgetragen, lädt ein zum Eintauchen. Augen schließen und mitreisen.Die DVD sollte man eher als Bonus-Gimmick sehen. Hier fehlt einfach die Kraft der Bilder, die den Kompositionen nicht gerecht werden. Ein Auftritt zu dieser Musik müsste grundlegend anders inszeniert werden. Es bräuchte visuelle Einspielungen (man denke an Rush oder Porcupine Tree), ungewöhnliche Perspektiven, Großaufnahmen, Kamerafahrten und ähnliches. All dies vermisst man jedoch – und deshalb springt auch der Funke nicht über. Zudem muss man sagen, dass Frontman J.H. Ohme optisch leider auch ein wenig wie ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Jura wirkt – so überzeugend die stimmliche Leistung auch ist. Und auch technisch scheint mir die DVD nicht ganz sauber. Ich will keine Gerüchte in die Welt setzen, die ich nicht beweisen kann – aber gerade beim Gesang scheint mir doch Film- und Tonspur stellenweise nicht deckungsgleich. Alles in allem ist das Package aber – auch aufgrund des fairen Preises – empfehlenswert. Insbesondere wer die letzten beiden Alben der Band – „Tick Tock“ und „Night“ nicht im Regal hat, kann hier getrost zugreifen. Beide Schmuckstücke werden komplett live präsentiert. Und einige frühe Klassiker wie z.B. „Snowman“ gibt es noch dazu. Christian Liederer
|