bloom

Magazin -> Archiv

Prinz Pi im Underground Köln, 06.02.2010 

09.02.2010

Ich weiß nicht, warum, aber bisher bin ich trotz unzähliger HipHop-Scheiben im CD-Regal nie dazu gekommen, zu einem Rap-Konzert (oder sollte ich im Slang "Jam" sagen?) zu gehen.

Prinz Pi im Underground Köln, 06.02.2010Prinz Pi im Underground Köln, 06.02.2010Was liegt näher als es nachzuholen? Da der Berliner Rapper Prinz Pi mit "Neo Punk" eins der beeindruckendsten Deutschrap-Alben in letzter Zeit abgeliefert hat und in Köln auftreten sollte, fiel die Entscheidung leicht.

Der Club Underground war schnell ausverkauft und schon die Schlange an der Garderobe ist länger als die Anfang der 1990er vor dem Tresor in Berlin. Kein Wunder, erreichte doch sein aktuelles Album "Teenage Mutant Horror Show 2" mit Platz 45 eine insgesamt beachtliche und für Prinz Pi seine bisher beste Chart-Platzierung.

Das Publikum ist jung, freundlich und schert sich nicht um das Rauchverbot. Als Vor"gruppe" tobt sich Montanamax aus, der jedoch kaum in Erinnerung bleibt, angesichts des Beat-Feuerwerks, was Prinz Pi gleich danach abfackelt, stilecht mit roter Jacke, türkisem Hemd und häßlicher Sonnenbrille.

.

Prinz Pi im Underground Köln, 06.02.2010Prinz Pi im Underground Köln, 06.02.2010Ein Versehen oder eiskalt inszenierte Imagepflege? Die ersten Songs hüpft Prinz Pi mit offenem Hosenstall auf der Bühne rum. Songs wie "Gib dem Affen Zucker", "Schädelficken", "3 Minuten" oder "Der Druck steigt" heizen die Menge so sehr an, dass die Fans in den ersten Reihen öfter halb auf der Bühne liegen als tanzen können, was leider nicht ganz ohne Verletzungen abläuft. Zur Beruhigung streut Prinz Pi ruhige Passagen ein, in denen er nur von Rotlicht beleuchtet bewegungslos seine langsameren Songs ins Mikrofon rappt.

.

Prinz Pi im Underground Köln, 06.02.2010Prinz Pi im Underground Köln, 06.02.2010Eindrucksvoll zeigt Prinz Pi, dass er zu den facettenreicheren deutschen Rappern gehört, die nicht zur inflationären Verwendung von Schimpfwörtern greifen müssen, um ein Publikum zu unterhalten, sondern stattdessen lieber etwas Punk, Techno und Rock in seine Beats mischt, während er fantastische Geschichten in Doppel- und Trippelreimen erzählt.

Als er zwischen zwei Songs jedoch dem Publikum erzählt, dass er Tibet nicht unterstützen würde, da das keine Demokratie sei, erntet er frenetischen Applaus. Gut möglich, dass er nur testen wollte, ob seine These aus seinem Song "Trümmer" stimmt: "Die Menschen werden größer, doch leider auch dümmer".

Robert Kneschke (Fotos: Alina Koci&281;cka)

http://www.prinzpi.biz

weitere Tourdaten

  • 05.03.2010 - Hannover MusikZentrum
  • 06.03.2010 - Münster Skaters Palace
  • 25.03.2010 - Leipzig Distillery
  • 26.03.2010 - München Backstage
  • 27.03.2010 - Wien Planet

 

Cd(s) bei amazon.de kaufen bzw. vorbestellen...

 

 

 


 

Powered by form4

Bei Fragen, Anregungen oder Beiträgen eMail an info@bloom.de.
Für die Richtigkeit der oben stehenden Artikel übernehemen wir keine Gewähr.