 Das trifft es ganz gut. Stefan Paul besuchte ehemalige Bandmitglieder, darunter auch den Gitarristen R.P.S. Lanrue in Portugal, Musiker-Kollegen wie Udo Lindenberg und Klaus Meine und Politiker wie Claudia Roth und Daniel Cohn-Bendit und ließ sie reden. Diese Zitate wechseln sich mit kurzen Konzert-Schnipseln und einigen - teilweise raren - Archivaufnahmen aus der Anfangszeit der Band Ton Steine Scherben, deren Sänger und Texter Rio Reiser war.Aber es wirkt, als habe Stefan Paul eher als Fan denn als Chronist den Film gedreht. Es ist keine Leitfrage und kein durchgängiges Thema im Film erkennbar. Der rote Faden fehlt. Der Eindruck überwiegt, als sei das Ganze eine Gesprächstherapie zur Gruppendynamik statt eine Analyse. Auch die seltenen Filmszenen werden unkommentiert und ohne zeitliche oder inhaltliche Einordnung präsentiert. Wer Rio Reiser nicht kennt, wird auch nach dem Bild nur ein ganz diffuses Bild des Sängers im Kopf haben. Dabei werden die wichtigen Themen im Film durchaus angesprochen. Bandmitglied Jörg Schlotterer sagt beispielsweise über Rio beim Textschreiben: "Ohne Alkohol ging's nicht", der Pianist Martin Paul, der in den letzten Jahren mit anderen ehemaligen Bandmitgliedern und einem Rio-Cover-Programm durch die Republik getourt ist, bemerkt: "Die Songs werden anders ohne Rio". Der Bassist Kai Sichtermann reflektiert: "Wir konnten alle nicht mit Geld umgehen" und fasst zusammen: "Ton Steine Scherben war immer ein Experiment". Aber was für eins, beantwortet der Film von Stefan Paul leider nicht. Robert Kneschke
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