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Cluster - sowieso/Curiosum 

08.12.2009

Für "sowieso" haben sich Roedelius und Moebius zurückgezogen. Das zuvor entstandene Zuckerzeit fand viel Beachtung, doch dem Rummel entkommen die beiden Klangkonstrukteure in der bewusst aufgesuchten Abgeschiedenheit des besinnlichen Weserberglandes.

Cluster - sowieso/CuriosumCluster - sowieso/CuriosumIm eigenen Studio, lediglich über ein Achtspurmischpult verfügend, kommen musikalische Ideen zur Entfaltung, die frei scheinen von äußeren Einflüssen, also ganz bei sich sind.

Repetetive Muster und zyklische Melodien, die schwerelos aufsteigen in höchste Sphären popmusikalischer Anmut und Schönheit, sind prägend. Das Songschema spielt keine Rolle mehr, Cluster etablieren Stimmungen und nahezu magische Schallräume. Einfach und transparent, jedoch keineswegs naiv, harmonieren Töne, ergeben Kompositionen von verblüffender Klarheit und Zeitlosigkeit.

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Cluster - sowieso/CuriosumCluster - sowieso/CuriosumWährend das Duo Roedelius-Moebius für sowieso die Abgeschiedenheit der vertrauten Umgebung nutzt, um träumerische Melodien einvernehmlich zu fusionieren, verblüfft das 1981 erschienene Album "Curiosum" durch weniger malerische und über weite Strecken dem vorherigen Schaffen nahezu komplett entfremdete, viel kältere Klänge. Dies könnte die Antwort auf den schroffen und auch destruktiven Gebrauch des Synthesizers in Post-Punk und New Wave sein. Karg pulsiert ein Stück wie "PROANTIPRO". Doch aggressiv oder gar zerstörerisch sind Clusters Visionen einer instrumentalen Zukunftsmusik zu keiner Zeit. Selbst in gnadenlos reduzierten oder dissonanten Passagen des Albums schlägt das gute Herz dieser harmonisierenden humanoiden Musik-Maschine "Curiosum".

T. Stalling

http://www.bureau-b.com

 

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