 Die neue CD bietet zum überwiegenden Teil neue Lieder des 86-jährigen Georg Kreisler, die er für Tim Fischers jüngstes Programm zusammengestellt hat. Diese Lieder sind mindestens so bissig, spöttisch und boshaft, wie ihre Vorgänger. Titel wie „Unfall im Kernkraftreaktor“, „Der Fliegergeneral“ oder „Zu Hause ist der Tod“ geben einen Hinweis auf die Inhalte. Aber auch so sentimentale Lieder wie „Fehlt dir was“ haben einen durchaus kritischen Hintergrund. Mit scheinbarer Leichtigkeit und Fröhlichkeit interpretiert Tim Fischer beispielsweise den Tagtraum „Mein Weib will mich verlassen“ – das hat einen wunderbar einnehmenden komödiantischen Charme. Was wir in Kreislers Liedern hören ist oft so skurril und alltäglich zugleich, dass es zum schmunzeln oder gar zu herzhaftem Lachen animiert. Wir bekommen einen satirischen Spiegel unserer Umwelt vorgehalten, der auch ganz besonders tief in wunde Stellen schaut.So entsteht aus einer Stimme und einem Klavier Unterhaltung zum Amüsieren und Nachdenken. Bei den eingesprengten Gedichten tut es gar die Stimme allein. Das ein solches Programm gar nicht so leicht auf die Füße zu stellen ist, sagt Georg Kreisler mit seinen Worten auf dem CD-Cover: „Kabarettistische Liederabende sind eine heikle Angelegenheit. Man soll Erfahrung haben und gleichzeitig jung sein. Tim Fischer ist einer der ganz wenigen, bei denen das zutrifft.“ Ich freue mich über dieses neue Ergebnis einer kongenialen Zusammenarbeit zweier Ausnahmekünstler und ich hoffe, dass in den nächsten Jahren noch mehr davon zu hören ist. Kai Schmidt
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