
Es fehlt, je nach persönlichem Dafürhalten natürlich, ganz viel große Musik. Die Auswahl ist eben sehr begrenzt, wenn lediglich zwei Dutzend und eine Langspielplatte aus knapp fünfzig Jahren Pop- und Rockgeschichte zu einem einstimmigen Lobeshymnenkanon versammelt werden. Dafür aber liefert das "Bosworth"-Buch sowohl Zahlen und Fakten als auch nette Hintergrundinformationen, Schrullen und Basiswissen zu gemeinhin Meisterwerk genannten Alben der letzten Jahrzehnte. Warum allerdings zwei frühe britische Punk-Rock-Longplayer teilhaben, das Debüt von The Clash und das einzige reguläre Album der Sex Pistols werden vorgestellt, wenn kein einziges Soul- oder Funk-Album integriert ist, bleibt fragwürdig. Dies darf ebenso irritieren wie die Reduktion der Neunziger auf Nirvana, R.E.M. und Radiohead. Sehr bemerkenswert kommt kommt das Buch gänzlich ohne Samples aus, verzichtet auf Hip Hop, Techno und Artverwandtes. Die einzelnen Poträts indes, respektvoll, informativ und ohne Umschweife geschrieben, sind höchst lesenswert. Auf fünfzig Alben aufgestockt, weniger auf die Sechziger und Siebziger fokussiert, könnte die Geschichte der Popularmusik durchaus beispielhaft nachgezeichnet werden. Toboas Stalling
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