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Wenn Pärchen zusammen Musik machen, kann es schnell süßlich werden; oder die Schmerzgrenzen werden noch ein wenig weiter, schonungsloser ausgelotet, einfach weil der Partner da ist, die Sicherung abgibt, sich so tief hinab zu wagen. Bei She Keeps Bees ist zum Glück zweiteres der Fall. Jessica Larrabee und Andy LaPlant spielen einen ungeschlachten, dreckigen Blues, simpel und direkt. Schlagzeug und Gitarre, das reicht. Die Masturbationsorgien eines Jack White sind ihnen fremd, diese Musik kommt direkt aus dem Bauch heraus und zielt auf die Magengrube. Die ganz frühe Cat Power ist da näher, oder PJ Harvey während ihrer „4-Track-Demos“.
 Jessica Larrabee schont sich nicht auf dem selbstproduzierten Debüt „Nests“. Sie gibt in ihrem Gesang die Verletzte, die Austeilende, die Verruchte und Fordernde. Das Schmerzliche und auch das Anzügliche des alten Blues ist in der Musik von She Keeps Bees enthalten und erhalten; nur die Perspektive ist anders. Anstelle einer angepriesenen Virilität ist hier die weibliche Sicht vertreten – und die muss nicht minder sexy sein: „Work me like my back ain’t got no bones“ heisst es zum Beispiel in der famosen Single „Gimmie“. Kurz und knackig sind die Lieder, schlank und ohne Schnörkel auch die ganze CD. Nach nicht einmal einer halben Stunde verklingt der letzte Ton. Nach so viel Intensität ist erst einmal Luftholen angesagt – und dann die Repeattaste.Dennis Deter
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