 Das nun erscheinende Konzeptalbum „Edgar Allan Poe“ ist eine Ergänzung des bereits 2003 erschienen Albums „More Tales Of Mystery And Imagination“. 6 Jahre dauerte damals die Produktion des Albums, dabei entstanden Produktionskosten von mehr als 1 Millionen Euro. Gearbeitet wurde in den legendären Abbey Road Studios, in denen auch die Beatles alle ihre Alben aufnahmen. Beteiligt war ein Chor von 80 Sängern und ein 40-köpfiges Orchester. Zu den herausragenden Namen der Mitwirkenden gehören der Musical-Star Steve Balsamo, John Parricelli, Laurena Cottle, Keyboarder Simon Chamberlain und Ralf Salmus.Was wir nun hören können umfasst 3 vertonte Geschichten von Poe und eines seiner Gedichte. Weitere Titel erzählen aus dem Leben des Dichters und Autors. Es ist ein opulentes Werk zwischen Rockoper und Musical, bei dem natürlich besonders die großen Chorpassagen bestechen. Speziell „Goodbye To All That“, das nicht nur besonders imposant und kraftvoll, sondern auch durchaus interessant ungewöhnlich wirkt, wenn sich zum Beispiel Country-Klänge unter die Orchestermusik mischen. Absolut mitreißend ist der Song „The Murders In The Rue Morgue“, der sowohl von der Thematik als auch von der Umsetzung ganz stark an den Song „Murder“ im Musical „Jekyll & Hyde“ erinnert. Hier hören wir neben einem Gruppengesang auch vordergründig die Stimme von Eric Woolfson. Absoluten Ohrwurmcharakter hat auch der vom Chor gesungene Track „The Bells“, bei dem ich aber auch denke schon anderswo etwas ganz ähnliches gehört zu haben. Einige der Kompositionen sind eher ruhig, ohne es jedoch an Kraft oder Spannung vermissen zu lassen. In Sologesängen tritt Steve Balsamo, der von Andrew Lloyd Webber entdeckt wurde, auf angenehme Weise in den Vordergrund. Dabei ist es eigentlich ganz egal, ob es sich um besinnliche oder eher rockige Songs, wie den dreiteiligen „The Pit And The Pendulum“ handelt. Er kann mit seiner Stimme einiges anfangen, was auch klarer Vorteil im Finalsong „Immortal“ ist. Was von dieser opulenten Musik des Konzeptalbums jedoch wirklich im Musical ankommen wird bleibt abzuwarten, denn es wird sicher in der Oper Halle kein 40-köpfiges Orchester und keinen Chor von 80 Personen geben. Aber wie auch immer die Besucher werden die wunderbaren und ergreifenden Klänge einer Komposition erwarten, die sicher auch verminderten Ausgestaltung ihre Wirkung erzielt. Kai Schmidt
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