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Moby ganz er selbst 

12.06.2009

Moby ganz er selbstMoby ganz er selbstMan kaufe sich bei ebay ein paar alte Effektgeräte, Verstärker und Synthesizer, begibt sich ins Studio und beginnt aus dem Rauschen, Knacken und kratzenden Sounds Musik zu machen. Nimmt Streicher hinzu und verändert die Klänge solange, bis sich vor einem musikalisch eine neue Welt eröffnet. Es erinnert ein wenig an Björk, handelt sich aber um das neue Werk von Moby.

Mit «Wait For Me» begibt sich der Künstler in neue Gefilde. Inspiriert von David Lynchs Rede mit der Aussage, dass Kreativität für sich genommen eine wunderschöne, fantastische Sache ist, entschloss er sich, persönlichere Musik zu machen. «Platten, die vielleicht etwas experimenteller, schwieriger und weniger eingängig sind, aber künstlerisch und kreativ mehr Befriedigung bringen.» Weg von der Masse, hin zu individueller Musik. «Ich wollte kein kommerzielles und marktkompatibles Produkt machen, sondern ein Album, mit dem sich auch eine deprimierte 26-Jährige identifizieren kann, die «Wait For Me» allein in ihrer Wohnung hört.»

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Moby ganz er selbstMoby ganz er selbstDiesmal gab er fast nichts aus der Hand. Ohne teuren technischen Support und Imageberatern nahm er «Wait For Me» in seinem eigenen Heimstudio auf, zeichnete wieder selbst das Cover und mischte zusammen mit Punkrocker Ken Thomas die Platte ab. Dieser hat auch hörbaren Eindruck hinterlassen. So befinden sich neben emotionaler Soundflächen überraschender Weise auch immer wieder Punkrockelemente. Ken Thomas ist kein unbekannter und hat bereits bei den Buzzcocks und auch Sigur Ros seine Finger im Spiel gehabt.

Und doch lebt das neue Album von Intimität und Wärme. Die unterschiedlichsten, teils rauen Klänge werden rhythmisch aneinander gereiht, übereinander gelegt und ergeben ein Ganzes. Experimentell, doch einheitlich und komplett. Schwermütig, traurig und doch mit einer ganz eigenen Schönheit versehen spielt Moby mit Samples, wie den Backing Vocals des Elvis-Songs «In The Ghetto» und reiht «Wait For Me» gekonnt in seine zwar unterschiedlichen, dennoch mit einem roten Faden verbundenen Platten ein. Ein Album zum Hinhören statt nebenher laufen lassen. Zum Entdecken und erleben.

Im Juni tritt Moby beim Hurricane und Soutside Festival auf. Wer es familiärer mag, sollte am 23. Juni nach Berlin in den Heimathafen Neukölln fahren.

Felix Kosel

http://www.moby.com

  • 19.06. Hurricane Festival
  • 21.09. Southside Festival
  • 23.06. Berlin – Heimathafen Neukölln

 

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