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Jedes Album der Franzosen von Phoenix wählt einen anderen Schwerpunkt. Das Debüt machte ein aufkommendes Achtzigerjahre-Revival mehr als erträglich. Im Anschluss mied man das Spektakel und schuf viele Popperlen und Songwritingschätze, die perfekt produziert, also inszeniert worden sind. Der Titel des vierten Albums weckt zuerst böse Ahnungen, lässt denken an: Größenwahn, Selbstüberschätzung, Konzeptkunst und Klassikbombast. Alles falsch, denn Phoenix machen wieder alles richtig. Richtig gut, besonders schön und nahezu vollkommen sind auch die neuen Lieder.

"Wolfgang Amadeus Phoenix" steht für Popmusik, die trotz der kurzen Dreiminutendauer ihrer Einzelbeiträge zu jenem erstaunlichen Ausmaß heranwächst, welches die ganz besonderen Lieder auszeichnet. Gemeint sind die Stücke, die ein Leben lang aus der Masse herausstechen. Stücke, die begleiten oder leiten, durch dick und dünn, durch Freud und Leid, durch und durch persönliche Beziehungen aufbauen und erhalten.
Als Bandmodell sind die freundlich wirkenden Phoenix-Macher ebenso eine Ausnahmeerscheinung wie als perfektionistische Popproduzenten. Sagenhaft, dass ihre Songs dann auch noch sämtlichen existierenden Fallen ausweichen. Leichtigkeit und Unbekümmertheit schallen aus den sorgfältig entwickelten Songs. Diese bleiben immer liebenswürdig, verfeinert mit der sehnsüchtigen Würze. Da nehmen sich Elemente von Club-Musik auf dem Album erst einmal plump aus. Doch auch sie fügen sich harmonisch in den Verlauf des Albums.
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T. Stalling http://www.wearephoenix.com | http://www.motor.de
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