 Ihre nervöse Popmusik braucht dazu keine Hektik-Zerhackstückelungen oder Hochtempo-Strenge, denn das Tönen von Grizzly Bear ist in sich zerrissen und durchgängig uneinheitlich. Obwohl Veckatimest fokussierter als sein Vorgänger ist.
Das Klanggedächtnis vermeint immer wieder Evergreens der Beatles, Doors oder Beach Boys auszumachen, doch diese kurzen Phasen der Zuflucht und der Nostalgiebeschwörung verpuffen in der Ungreifbarkeit des multidirektionalen Musizierens. Die collage-artig arrangierten Lieder von Grizzly Bear leben aus weit gereisten Koffern und der Jahrzehnte überdauernden Krimskramsschublade. Das Quartett hat viele Kleinteile gehortet und verbindet eigenwillig viele dieser Kürzel. Obwohl das Album damit unruhig und unausgeglichen ist, entstehen Grizzly Bear dennoch diverse zwar schwerlich nachvollziehbare, aber recht eingängige Stückkonstruktionen und verhuschte Popsongversionen, durchzogen von verzerrten Basstönen, wabernden Gitarrenakkorden, abgeschnittenen Streichersträngen, Wall-of-Sound-Passagen, schwülstigen Schwärmereien und unverzichtbarer Melancholie. Ein Album zum Staunen: "Veckatimest".
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