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Grizzly Bear - Veckatimest 

20.05.2009

Die ziemlich andere Folkband des hauptsächlichen Digitalmusiken-Labels "Warp" spinnt weiter an farbenfrohen Gegenentwürfen zu langweiligen Liedern, die bereits hundert- oder tausendfach existieren. Auf der Basis von Sechzigerjahre-Songs, Schnulzen und Schlagern wirft das Ensemble Motive und Melodien, Harmoniegesang und harsche Wendungen, Klassizistisches, Kitsch und Klamauk, ausgebuddelte Allgemeinplätze, Atemberaubendes und Aberwitziges durcheinander.

Grizzly Bear - VeckatimestGrizzly Bear - VeckatimestIhre nervöse Popmusik braucht dazu keine Hektik-Zerhackstückelungen oder Hochtempo-Strenge, denn das Tönen von Grizzly Bear ist in sich zerrissen und durchgängig uneinheitlich. Obwohl Veckatimest fokussierter als sein Vorgänger ist. Das Klanggedächtnis vermeint immer wieder Evergreens der Beatles, Doors oder Beach Boys auszumachen, doch diese kurzen Phasen der Zuflucht und der Nostalgiebeschwörung verpuffen in der Ungreifbarkeit des multidirektionalen Musizierens.

Die collage-artig arrangierten Lieder von Grizzly Bear leben aus weit gereisten Koffern und der Jahrzehnte überdauernden Krimskramsschublade. Das Quartett hat viele Kleinteile gehortet und verbindet eigenwillig viele dieser Kürzel.

Obwohl das Album damit unruhig und unausgeglichen ist, entstehen Grizzly Bear dennoch diverse zwar schwerlich nachvollziehbare, aber recht eingängige Stückkonstruktionen und verhuschte Popsongversionen, durchzogen von verzerrten Basstönen, wabernden Gitarrenakkorden, abgeschnittenen Streichersträngen, Wall-of-Sound-Passagen, schwülstigen Schwärmereien und unverzichtbarer Melancholie. Ein Album zum Staunen: "Veckatimest".

T. Stalling

http://www.grizzly-bear.net | http://warp.net

 

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