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Kanada ist wirklich mehr als Arcade Fire und Konsorten. Weitestgehend leider unbeachtet hat Julie Doiron ihr bislang neuntes Album herausgebracht, und es klingt wieder, als sei der schillernde Begriff "Independent" nur für sie ausgedacht. Kein Wunder, hält sie sich doch fernab ihrer Solowerke bevorzugt im Umkreis von Künstlern wie Herman Düne, Jason Molina oder Mount Eerie auf.
 "I Can Wonder What You Did With Your Day" startet mit dem trügerischen "The Life Of Dream", einer dahingeschlurften Akustikskizze, in der Doirons unbeteiligter und doch so emotionaler Gesang dominiert. "Spill Yer Lungs" zeigt anschließend aber, dass die Kanadierin auch anders kann. Die Gitarre wird elektrifiziert, und Doiron klingt ein wenig wie eine weniger schrille und handzahme Version von Scout Niblett. Zwischen diesen beiden Polen wird sich das Album fortan bewegen. Hier die Schluffigkeit, dort der Verweis auf quicklebendigen Indierock, am besten beides zugleich. Und da Julie Doiron nie die Melodien ausgehen, ihr Vortrag immer sympathisch bleibt, ist "I Can Wonder What You Did With Your Day" eine so kuzweilige wie erfreuliche Angelegenheit geworden. Sollte bei nächsten Ausflug an den See aus jedem Ghettoblaster perlen.Dennis Deter
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