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Various Artists - Dorfpunks 

02.05.2009

Wenn ein Buch verfilmt wird, welches gerade adoleszente Punk-Cliquenentwicklung, damit einhergehende und darauf folgende Lebensentwurfsphasen beschreibt, dann bedarf es Filmmusik. Für die Lars Jessen-Kinoversion von Rocko Schamonis "Dorfpunks", beheimatet in den ländlichen Früh-Achtzigern Schleswig-Holsteins, gilt dies insbesondere. Schließlich ist der autobiografisch geprägte Roman auch ein wenig Bandgeschichte. Auch ansonsten spielt Musik eine entscheidende Rolle im Leben des sich selbst erfindenden Protagonisten Roddy Dangerblood.

Various Artists - DorfpunksVarious Artists - DorfpunksDie üblichen Verdächtigen sind daher auf "Dorfpunk"s zu hören, etwa Hamburgs Slime, Düsseldorfs Fehlfarben, Britanniens The Stranglers und die Stiff Little Fingers. Neben diesen obligatorischen, so genannten Punksongs schweift die Songauswahl dann allerdings gut und gerne aus. Denn der Geschmack der Dorfjugend und der hinterländlichen Dörflichkeit lässt Querverbindungen geradezu zwangsläufig entstehen. Entdeckungsexpeditionen sind viele notwendig - Orientierungshilfen sind keine vorhanden.

Auch konfrontiert die geografische Lage mit ästhetischen wie klanglichen Katastrophen. Daher erklingt dann Captain Beefhearts Weirdo-Blues neben Laura Branigan, der entfesselte Anti-Pop der Pop Group neben Haysi Fantayzee, während Talk Talk und Heaven 17 hymnisch intervenieren. Und im Zentrum thront die funkelnde Harmonie des entzückend verzweifelten Power-Pops der Buzzcocks. Denn deren Lied "I Believe" meint zu wissen, was ebenso Depressionenmensch Dangerblood zu entdecken scheint: dass auf dieser Welt keine Liebe mehr existiert.

T. Stalling

http://www.rockoschamoni.de | http://www.piasgermany.de

 

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