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Die Indie-Welt ist größer als man denken könnte - genau: noch größer! - und lange nicht jede feine Single erscheint zwangsläufig auch in Deutschland. Weil sich aber auch manchmal gerade dort das Hinhören lohnt, wo sich noch nicht allzu viele Menschen tummeln, gibt es auf diesen Seiten in nicht ganz regelmäßigen Abständen, aber garantiert einmal im Monat jeweils sechs Kurzrezensionen von in der Regel bislang nicht in Deutschland veröffentlichten Platten von Bands, die jetzt noch nicht jeder kennt, denen man aber durchaus später einmal wieder begegnen könnte. In diesem Sinne: Dabeisein ist alles - gerade von Anfang an.
 Weiter ins neue Jahr geht es also mit Koko Von Napoo aus Paris und ihrer 7''-Single "Polly", einem hübschen Synthie-Pop-Stück, das nicht zuletzt wegen seiner lässigen Vocals an die besseren Momente von Electrelane-Platten erinnert. Toll auch die verorgelte B-Seite "Agence Blady"!Nach einigen ebenfalls richtig netten Singles - und einer Reihe von dem Vernehmen nach äußerst gelungenen Gigs in Berlin - packen nun auch die Londoner King Of Spain ihr Debütalbum aus. "Battleships & Aeroplanes" heißt die auf Shifty Disco veröffentlichte Platte, die keine Lust auf simple Kategorisierungen hat, sondern die Band verspielt bis unentschlossen zeigt, in welche Richtung es mit Kriegsflotte und Flugzeug eigentlich gehen soll. Spannende Reise in jedem Fall. .
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 Ein echter Trip auch die selbstbetitelte 4-Track-EP von Simon Elliott alias Neon Mussolini. Die Songs chargieren zwischen dunklem Akustikgeklimper ("Song For Jarle") und wildem Keyboard-Rave ("Australia"), während Elliotts Vocals mitunter an Morrissey erinnern.Mal so gar erinnert an den guten Morrissey auf "Einstein's Getaway", dem Debüt-Minialbum von Stranger Son Of WB, die dem in der Tat schrägen Künstlernamen in Sachen Sound und Songs in nichts nachsteht. Funky Flummi-Bässe und oft haltlose Percussions skizzieren Free Jazz-Entwürfe mit DFA-Crush, die mit grellen Vocals auf Konfrontationskurs und sprunghaften melodischen Aufbrüchen um den stärksten Eindruck konkurrieren. Wild. .
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 Ebenfalls ein Debüt ist die AA-Single "Hidden Doors/ Gold Light" von der Londoner Band The Rayographs, denen man mit dem hier letztlich nur oberflächlich greifenden Begriff "Girl Group" ebenso wahrlich keinen Dienst täte wie etwa bei den Breeders - mit deren blues-quietschigen Gitarren und blechern schepperndem Drumming die drei Damen ebenso lässig mithalten können wie mit dem sperrigen Songwriting der White Stripes. Erscheint als 7'' in wunderbarem Design bei dem kleinen, ebenfalls noch recht frischen Label Everyone We Know.Der hauptpreisliche Abschluss allerdings bleibt ein weiteres Mal dem Londoner Label Sonic Cathedral vorbehalten, deren jüngste 7'' von der schwedischen Indiepop-Band Sad Day For Puppets stammt und ebenfalls eine AA-Single ist - kein Wunder, auch nach unzähligem Umdrehen kann man sich nicht entscheiden, ob "Marble Gods" oder "Big Waves" der schönere Song ist. Fans von den Conretes oder Lush sowieso nicht. Toll! Friedrich Reip
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http://www.myspace.com/kokovonnapoo - http://www.myspace.com/kingofspainmusic - http://www.myspace.com/theneonmussolini - http://www.myspace.com/strangersonofwb - http://www.myspace.com/therayographs - http://www.myspace.com/saddayforpuppets
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