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Gamma Ray – Hell Yeah: The Awesome Foursome (DVD) 

11.11.2008

Als eine der einflussreichsten Ikonen der deutschen Schwermetallszene hat Kai Hansen – seit inzwischen gut zwei Dekaden Bandleader von Gamma Ray – Großartiges und Geniales, in den jüngsten Jahren leider auch Epigonales und Einfallsloses hinterlassen. Er hat die Gabe, umwerfende Songs zu schreiben, die zu den Klassikern des melodischen Speed-Metal gehören, auch wenn dabei zuweilen auch Zweitrangiges entsteht. Und angesichts seines begnadeten Gitarrenspiels verzeiht man ihm auch, dass er sicher nicht der beste Sänger ist.

Gamma Ray – Hell Yeah: The Awesome Foursome (DVD)Gamma Ray – Hell Yeah: The Awesome Foursome (DVD)Mit „Hell Yeah: The Awesome Foursome” bescheren uns Gamma Ray nun einen Rückblick auf ihr langjähriges Schaffen in Form eines Live-Mitschnitts ihrer ersten Amerika-Tournee – leider einen nicht hundertprozentig lupenreinen. Zwar lässt sich gegen die zum Großteil gelungene Set-List kaum etwas einwenden. Auch die Band wirkt hochmotiviert und flitzefingert sich meisterlich durch einen Gassenhauer nach dem anderen, die Fans sind begeistert, Light and Sound stimmen auch – nur die Inszenierung verhindert leider das Eintauchen in das Konzert.

Der Grund dafür: eine Video-Ästhetik, die leider irgendwo in den 80ern stehen geblieben ist. Abgesehen von den wirklich schönen Kamerafahrten lenken Split-Screens und antiquierte Effekte vom Eigentlichen ab. Auch die passagenweise allzu hektischen Schnitte stören leider. Über Sachen wie die kleine Bühne oder das klischeehafte Rockeroutfit von Basser Dirk Schlächter will ich hier nur am Rande herziehen, aber auch Schlächters muskelgeschwellter Männerbusen, der hinter einem Manowar-Schwarzlederjäckchen vorblinkt, wirkt nicht nur klischeehaft, sondern verhindert ebenfalls besagtes Versinken in den Auftritt. Vor allem aber hat man, wie gesagt, mit der optischen Umsetzung des sicher sehenswerten Konzerts leider einiges verschenkt. Zumindest im ersten Drittel des Gigs, dann nehmen die störenden Effekte dankenswerterweise ab und die Sache wird richtig gut.

Wer sich von der visuellen Attacke nicht abschrecken lässt, kann bei der DVD natürlich zugreifen. Da der Auftritt die wichtigsten Klassiker der Band enthält, bietet sich die Produktion auch Noch-nicht-Fans an, die die Band kennenlernen möchten. Kaufanreiz wäre sicher auch DVD 2 mit 156 Minuten Bonusmaterial rund um die Tour. Enthalten sind neben einem Road Movie, der Aufschluss über den Titel der DVD gibt, alle Video Clips der Band sowie Wacken-Tracks von 2003/2006, eine Gamma „Historay“ und Unplugged-Session. Auf der dritten DVD finden sich noch vier Songs von der „Hellish Rock“-Tour 2008 mit Helloween.

Christian Liederer

http://www.gammaray.org

 

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