 Zu später Stunde um 22 Uhr öffnete das Haus seine Pforten und ließ die neugierigen Musicalfans, die zum Teil aus weiterer Umgebung angereist waren, ein. Und auch wenn die Atmosphäre kaum schaurig war und der Begriff des „Grusical“ sehr weit gefasst, so war die Auswahl der interpretierten Songs absolut gelungen. Die Musicalstars Kevin Tarte, Janet
Marie Chvatal und Marc Gremm sangen Stücke aus „Das Phantom der Oper“, „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“ und vielem mehr. Die Darbietung dieser drei Bühnenprofis war unterhaltsam und ihre Stimmen ein Genuss für die Ohren. Leider wurde dieser Genuss durch die eingespielte Musik gewaltig getrübt. Ohne Frage ist es kaum anders zu machen, als Musik aus der Konserve zu nutzen. Doch sollte heutzutage ein gewisse Soundtechnik Standard sein. In Bonn war sie es leider nicht und so hörte man zu guten Stimmen miserable Soundqualität. Ein zusätzliches Manko war die Beleuchtung: unausgerichtete und wackelnde Spots waren ebenso unprofessionell wie das immer gleiche 0-8-15-Muster, welches als Hintergrund auf die Leinwand projiziert wurden. Wären die technische Ausstattung nicht so mangelhaft gewesen, die Show hätte mit jeder Best-Of-Musical-Gala mithalten können. Als großen Vorteil empfand ich die fast intime Stimmung, die in einer großen Halle oder einem riesigen Theatersaal nicht herstellbar wäre. Der Zuschauer ist mit den Akteuren fast auf Du und Du, zumal wenn sie durch die Reihen gehen. Ein Kino ist also gar keine schlechte Spielstätte – aber bitte beim nächsten Mal mit einer besseren Tonausstattung. Ich hoffe ebenso, wie die Darsteller und wie ich denke die meisten Zuschauer an diesem Abend, dass MT-Productions weitere Veranstaltungen der dieser Art durchführen werden. Kai Schmidt
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