 So ungefähr machen das Prinz Pi und Biztram. Früher hieß er Prinz Porno, aber das war auch eine Lektion, die er gelernt hat: Image ist alles. Außerdem hat er die Effekthascherei nicht nötig, da Prinz Pi durch seine immer noch originellen, humorvollen Reime besticht.Allein in den ersten Songs gibt es massenweise Zeilen zum Zitieren: „Die CD ist ein Omelett, vier Eier drin“, „Rapper sind wie Santa Claus, stets die eine Hand am Sack“ oder „Ich kriege Gänsehaut wie beim Weihnachtsbraten“. Meine Lieblingszeile ist jedoch auch dem Track „Spür die Wut“: „Ich steige aus der Asche wie ein Joint im Film, der rückwärts läuft“. Zu diesen ausgereiften Lyrics gehören auch anspruchsvolle Beats, die dem Inhalt als Gerüst dienen. Dafür sorgt seit Jahren Biztram, der sich diesmal selbst übertroffen hat. Die dicken HipHop-Beats reichert er wahlweise mit Techno („Gib dem Affen Zucker“), Funk („Ein bißchen mehr“), Punk („Mein Blut“) oder orientalischen Einflüssen an („Schläferstündchen“) und lässt auch kurz die Oldschool auferstehen („Nerdhymne“). So ein vielfältiges, aufregendes und dennoch in sich stimmiges HipHop-Album habe ich lange nicht mehr gehört. Für mich eins der Highlights 2008. Oder mit einer Zeile von Prinz Pi gesprochen: „Ich schmeiß mit einem Meilenstein deine Scheibe ein!“
Robert Kneschke
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