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Elephant9 – DodoVoodoo 

16.07.2008

Ein weiteres Produkt norwegischen Einfallsreichtums ist das erste Album des Trios Elephant9. Auf einer improvisatorischen Basis erschaffen die drei Instrumentalisten rockende Orgel-Trio-Stücke. Es kann jedoch ebenfalls als Fusion-Jazz auf einer funky Rockgrundlage bezeichnet werden, was Tastenmann Storlökken, Bassist Eilertsen und Schlagzeuger Lofthus uns um die schlackernden Ohren hauen. Den drei Herren können die Termini wahrlich egal sein. Sie sind mittendrin im aufregenden Durcheinander der Schallereignisse. Dichte und Leichtigkeit sind gleichzeitig anwesend, wenn der mächtige Groove virtuos umspielt und stringent drängend vorangetrieben wird, wie zuletzt Ende der Sechziger und zu Beginn der Siebziger bei mancher kompliziert losdonnernden und gefühlvoll harmonierenden Hard- und Art-Rocker-Band. Allein wegen der Verwendung des Fender Rhodes-Klaviers und der Hammond-Orgel in einem höchst agil und flexibel rockenden Umfeld muss diese Epoche assoziiert werden. Doch bis auf die Klangkonstellation gibt es kaum Gestriges auf "DodoVoodoo".

Elephant9 – DodoVoodooElephant9 – DodoVoodooEinzig die direkte Bezugnahme auf den Zeitraum als selbst Miles Davis elektrisch wurde, verweist noch auf vorhandene Anlehnungs- und Beziehungspunkte aus der großartigen Vergangenheit. Durch Eigeninterpretationen von "Directions" und "Doctor Honoris Causa" würdigt das Trio den großen Melodiker und Tastenzauberer Joe Zawinul. Auch die atmosphärische, Töne zu einem fliegenden Teppich verwebende "Hymne" könnte aus der zarten Feder des Österreichers stammen. Doch sie ist, wie der Großteil des Albumrepertoires norwegisches Originalmaterial, welches die einstigen Großtaten ausgebufft ins Jetzt transportiert. Weil die drei Skandinavier aus dem Gewesenen ihre Lehren gezogen haben und sich auf einen erfrischenden Ansatz einigen können, der niemals konservieren will, sondern allein die Lebendigkeit der frühen elektrischen Jazzphase in die Gegenwart zu übertragen bereit, gewillt und fähig ist. Tolle Beats, bissig knurrende Basslinien und stets adäquate Orgelomnipräsenz lassen das Zeitdurchschreiten gelingen.

T. Stalling

http://www.myspace.com/elephant9theband | http://www.runegrammofon.com

 

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