 Das beweist nach Tanya Stephens nun wieder ihrer härtere Gegenspielerin Cecile. Der Unterschied zwischen beiden ist ungefähr wie der zwischen The Beatles und The Rolling Stones. Die eine ist braver und ruhiger, die andere wilder und frecher. Aber gut klingen beide.Cecile läuft vor allem dann zur Hochform auf, wenn sie auf schnellen Dancehall-Beats über Sex, das starke weibliche Geschlecht und die dämlichen Männer singen kann („Goody“, „Faking“, „Tonight“). Nicht umsonst heißt ihr neues Album „Bad Gyal“ (Patois-Slang für „schlechtes Mädchen“). Trotzdem meistert sie die vier, fünf langsameren Reggae-Beats mit Balladen („Without You“, „M-i-s-s-i-n-g“, „I'm Waiting“), auch wenn hier eindeutig Tanya Stephens die Stimme vorn hat. Hoffen wir, dass diese Handvoll Sängerinnen nicht nur ein Korrektiv der männergeprägten
Reggae-Szene bleiben, sondern es schaffen, viele Nachahmerinnen zu inspirieren.
Robert Kneschke
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