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Das Duo Russian Circles verbindet harten Rock und wundervoll weich sprudelnde Tonkettenkunstwerke, gehämmerte Donnerrhythmen, sachtes Fragildrumming und Verstärkergrollen in hochästhetischen, melancholisch säuselnden bis energisch zuschlagenden Kompositionen. Diese musikalische Pracht findet keine entsprechenden Worte, daher wird auf Gesang weiterhin vollständig verzichtet. Neu hinzu kommt für dieses Album lediglich die unterschwellig wahrnehmbare Bassstimme, welche zuvor ausgespart blieb. Als Studiobassist agierte hauptsächlich Brian Cook, welcher früher bei Botch spielte, dann bei These Arms Are Snakes. Er hält sich jedoch dezent im Hintergrund der formschönen Stücke auf.
 Diese Art von weicher bis kompromissloser Musik wurde in den letzten Jahren gerne als Post-Metal wahrgenommen. Bands wie Isis oder Pelican, Red Sparowes oder die Genre-"Altmeister" Neurosis etablierten klangmalerische Laut-leise-Konzepte, welche die Ausdrucksmöglichkeiten der Gitarre-Schlagzeug-Ensembles erschöpfend und bis in die Extreme nutzten. Die Russian Circles beschreiten mit Station, ihrem zweiten Album, nun einen wahrlich goldenen Mittelweg. Brillant und strahlend gelingt dies. Denn für Mike Sullivan und Dave Turncrantz steht das jeweilige Stück, als Schallwellenkunstwerk im Vordergrund. Die Technik ist lediglich ein Mittel den Anforderungen entsprechend zu agieren. Jedes Schallereignis hat so seinen vorbestimmten Platz gefunden, ist kleinster Bauteil in einem in sich völlig geschlossenen Werk, welches anziehend seine Signale aussendet. Einen großen Anteil am Gelingen dieses Umstands dürfte Produzent Matt Bayles haben, der zuvor schon den heftigen Mastodon-Sound zu dokumentieren verstand und ebenso Minus The Bear im Studio unterstützte.
Den Russian Circles fertigt er ein atmosphärisch mehrdeutiges Kostüm, das auch für wuchtig schmetternde Schlagzeugsalven-Riffungetüme bereit ist. Diese gezielten und präzise ausgeführten Ausbrüche scheuchen Heavy-Quintessenz durch kompakte Verlaufsformen, wie im Titelstück und dem Mittelteil der Komposition "Youngblood". Doch auch der härteste Trommel-Gitarren-Schlagabtausch mündet in schier unendlich weite Akkord- und Arpeggioflächen, in subtile Sehnsuchtsmelodienandeutungen ebenso. Die Musik der zwei Amerikaner versammelt magische Momente der Harmonie mit kontrastierenden Schlagabtäuschen und ist bereits jetzt über jeden Zweifel erhaben, machen wortlos glücklich.
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T. Stalling http://www.russiancircles.net | http://www.suicidesqueeze.net | http://www.cargo-records.de
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