 Beginnen wir mal mit CD 2 des Doppelschlags. Hier gibt es neben den Songs des Albums in remastertem Soundgewand noch einige Single-Raritäten zu hören, darunter das noch auf MGM veröffentlichte Erstwerk „Sunshine Day“. Vielleicht sogar interessanter, insbesondere für die eingefleischten Tull-Fans, ist aber wohl CD 1. Sie enthält das Debüt im bisher unveröffentlichten Rohzustand: als Monomix. Was Dolbyfetischisten wahrscheinlich ein müdes Grinsen abringt, hat durch die authentische Atmosphäre dennoch seinen eigenen Charme. 1968 war halt noch eine Zeit, als die Songs überzeugen mussten und nicht eine fette Produktion. Und das tun sie, auch die neun Live-Tracks aus zwei John-Peel-Sessions, die ebenfalls auf der CD zu finden sind. Erwähnenswert auch, dass der Doppelsilberling in einem schmucken Packaging daherkommt. Und innen liest man interessante Linernotes.Tull-Liebhaber werden ihre wahre Freude an dem Teil haben. Wer die Band weniger gut kennt, dem sei fürs nähere Kennenlernen gesagt: „This was“ ist ein gutes, aber nicht das beste Album der Band um Meisterflötist Ian Anderson. Spannend ist es allemal, da das Debüt die glanzvolle Entwicklung der Band schon andeutet, andererseits auch noch ihren Blues-Einschlag aufweist, der mit der Zeit progressiveren Tönen gewichen ist, die die Band zu Höchstleistungen wie „Thick as a Brick“, „Minstrel in the Gallery“ oder „A Passion Play“ geführt haben. Christian Liederer
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