 Natürlich sind beide in der Zwischenzeit künstlerisch gewachsen und präsentieren nun neben den bekannten Liedern der Leander auch in Vergessenheit geratene Raritäten. Dazu kommen Songs, die der Ufa-Star nie gesungen hat, die aber wunderbar zu ihr gepasst hätten.Tim Fischer gelingt der Spagat, die politisch belastete Künstlerin mit ihren Liedern in Erinnerung zu bringen ohne sie zu glorifizieren oder zu verdammen. Er sieht die Figur mit dem ironischen Abstand, den man heute zu ihr haben kann. Bringt zwischen den Liedern immer wieder Andeutungen auf die unzureichende Auseinandersetzung der Leander mit ihrem Wirken im nationalsozialistischen Deutschland. Doch beim Singen der Lieder ist Tim Fischer zum größten Teil er selbst. Mit seiner unverkennbaren Stimme interpretiert er die alten Schlager und gibt ihnen neuen Glanz. Dazwischen werden Lieder von Georg Kreisler und auch von Rainer Bielfeldt eingeflochten, denn welches Tim Fischer-Programm käme schon ohne diese beiden Komponisten aus. Um Stelzenschuhe verlängert präsentiert sich der Sänger in einem extravaganten Hosenanzug, reizt seine raren Möglichkeiten körperlicher Bewegung aus und macht dies durch den Gehalt seiner Stimme mehr als wett. Es ist also Tim Fischer wie man ihn kennt und immer mehr Fans ihn lieben. Ein Abend ohne Überraschungen, aber mit der Verlässlichkeit eine grandiose Stimme zu hören und damit der Garantie auf einen gelungenen Abend. Kai Schmidt
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