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Elisabeths Audienz in Berlin 

22.04.2008

Das erfolgreichste deutschsprachige Musical wird bis September 2008 im Berliner Theater des Westens zu sehen sein.

Elisabeths Audienz in BerlinElisabeths Audienz in BerlinAm 3. September 1992 fand die Welturaufführung des Musicals „Elisabeth" im Theater an der Wien statt. Nach einem überwältigenden Erfolg in Wien wurde das Stück 1996 gleichzeitig in Japan und Ungarn übernommen. Drei Jahre später folgten Aufführungen in Holland und Schweden. Von 2001 bis 2003 sahen es circa 1,2 Millionen Besucher in Essen. Ab 2005 war es in Italien, Finnland und Stuttgart zu sehen.

Thema des Musicals ist die Geschichte der österreichischen Kaiserin Elisabeth. Allerdings geht es nicht um das beschönigende oder verkitschte Bild einer Sissy, sondern um einen Blick in das Seelenleben eines Menschen mit vielen Zwiespälten, guten und negativen Seiten. Ein Mensch der in Freiheit aufwächst, dann überwacht und gegängelt wird. Zum einzigen wirklichen Freund und Geliebten wird der Tod. Michael Kunze und Sylvester Levay, die Macher des Musicals, bringen das gesamte Leben Elisabeths von der Kindheit bis zum Tod auf die Bühne. Die Führung durch die Geschichte übernimmt der Mörder Elisabeths, er bringt uns den Blickwinkel der Unterschicht auf die Ereignisse näher. Teilweise hat man den Eindruck, dass zu viele Einzelheiten erzählt werden. Aber da Musik und Gesang wirklich hervorragend sind, bleibt jede Langatmigkeit fern.

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Elisabeths Audienz in BerlinElisabeths Audienz in BerlinMusikalisch wird das Stück von zwei Grundthemen durchzogen: das der Elisabeth und das des Tods. Die Kompositionen von Sylvester Levay binden das Publikum in ein emotionales Klanggebilde ein. Die einzelnen Passagen sind ergreifend, verführerisch oder bedrohlich. Letztlich werden alle Gefühlsregungen der Figuren durch die Musik mitgetragen. Auch die Texte von Michael Kunze sind so passend, dass wunderbare Gesangsstücke wie „Ich gehör nur mir“ (Elisabeth) oder „Der letzte Tanz“ (Tod) oder das gemeinsame Duett „Wenn ich tanzen will“ entstehen.

Für die Berliner Produktion sind Bühnenbilder und Kulissen überarbeitet worden. Sie sind funktional und auf das Notwendigste reduziert. Videoprojektionen liefern die Hintergründe, die Drehbühne wird geschickt eingesetzt, um Personen und Requisiten an den verschiedensten Orten in die Handlung zu bringen. Insgesamt fehlt mir in diesem Punkt die Liebe zum Detail und auch die Wirkung der Bühnengestaltung. Erst im Finale erzeugt die Kulisse eine wirklich beeindruckende Wirkung. Nach wie vor eine Augenweide sind die detailgetreuen und aufwendigen Kostüme.

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Elisabeths Audienz in BerlinElisabeths Audienz in BerlinGanz klar lebt das Musical im wahrsten Sinne durch die Bewegungen der Darsteller. Hier wird auf hohem Niveau alles geboten, was man in einem klassischen Musical erwarten darf: Imposante Gruppenszenen sowie Solodarbietungen und Duetttänze. Dennis Callahan hat mit seiner Choregraphie ganze Arbeit geleistet.

Eine sichere Bank sind die Hauptdarsteller Pia Douwes und Uwe Kröger, die schon vor über 15 Jahren bei der Premiere in Wien auf der Bühne standen. Inzwischen gehören sie zu den bekanntesten Musicalstars und auch ihre TV-Präsenz in den kürzlich gesendeten Musical-Casting-Shows dürfte noch einen Popularitätsschub gegeben haben. Ihre Stimmen sind ohne Frage ein Hochgenuss, doch insbesondere Uwe Kröger agiert für meinen Geschmack eine Spur zu routiniert.

Ich kann nur empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen, solange Ihre Majestät in Berlin weilt und dieses wunderbare Musical zu besuchen.

Kai Schmidt

http://www.stage-entertainment.de

  • bis 28.09.2008 Berlin - Theater des Westens
  • Karten unter 0 18 05 / 44 44 (14 Ct/Min. aus dem deutschen Festnetz)

 

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