 Was geblieben ist, ist die uramerikanische Art der Unterhaltungsshow, für die der Name „American Dreams“ nicht besser hätte gewählt sein können. Cristoph Marti singt Lieder des amerikanischen Songwriters Randy Newman. Begleitet wird er dabei abermals von Johannes Roloff & Band. Dazu kommen noch drei verführerische Back-Up-Girls, die etwas Stimme und viel Bein zeigen. Die ersten Lieder sind noch eine Offenbarung: die übertrieben kitschige und krass farbige Kulisse, der akkurate Gesang von Marti und die scharfzüngigen Texte von Randy Newman. Doch leider schafft es die Show nicht, die Texte, den amerikanischen Kitsch und die bissige Ironie zu vereinen. Sie bleibt ein kläglicher Versuch und wird zu einem immer größeren rosaroten, amerikanischen Kaugummi. Man kaut auf der Süßigkeit herum, der Mund wird immer voller, der süße Geschmack immer widerlicher. Unglaublich bemüht wirkt das Bestreben Martis, eine unterhaltsame Atmosphäre zu kreieren. Doch seine Anekdoten werden immer flacher und seine gesangliche Interpretation immer weniger den Songs gerecht. So habe ich am Ende der Show ein völlig zuckerverkleistertes Gefühl im Bauch – ich bin froh den Abend überstanden zu haben und mache in der nächsten Zeit einen Bogen um platte Shows mit künstlichen American Dreams. Doch nach einiger Zeit werde ich nach der CD greifen und mir wieder ein oder zwei Songs von der ungesunden Süßigkeit gönnen – es ist eben alles eine Frage der Dosierung. Kai Schmidt
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