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The Ex - Building A Broken Mousetrap (DVD) 

07.04.2008

Das niederländische Musizierendenkollektiv zeichnet seit nun bereits fast drei Jahrzehnten einen kompliziert verzweigten, beschwerlichen Werdegang. In den Anfangstagen rumpelte die Gruppe, donnerte und prügelte durch dilettantischen Punk Rock. Doch schon nach den ersten wahrgenommenen Wiederholungen der energischen Protestwellen begann der noch immer andauernde Wandel. Den Zorn und die Aggression des Ursprungspunks übersetzte das Ensemble in immer neue, bisweilen dissonante und disharmonische, rhythmisch offenere und schließlich mit dem momenthaften Improvisieren immer enger verbundene Kompositionen. Das kritische Bewusstsein und die textlichen Aufschreie sind erhalten geblieben, doch statt lediglich musikalische Klischees neu zu kombinieren, streckt The Ex seine Glieder, vom inneren Drang nach der Realisierung des lebendigen Schall-Gruppen-Experiments angepeitscht und hoch motiviert, facettenreich, in vielen Klangfarben, kommunikativ und im Zusammenspiel virtuos, aus. Gerade Konzerte der Gruppe machen dies deutlich.

The Ex - Building A Broken Mousetrap (DVD)The Ex - Building A Broken Mousetrap (DVD)Auch der filmische Mitschnitt des Konzerts vom 11. September 2004, welches in New Yorks Knitting Factory stattfand. Zwei Handkameras, mit den Musizierenden auf der Bühne, zeigen die Geschehnisse, so nah und direkt dies eben möglich ist. Dieser nahezu unmittelbare Kamerablick entspricht dem Auftreten der Gruppe The Ex. Deren Musik kennt keinen Abstand, keine Distanz, ebenso wenig Stillstand. Sie akzeptiert keine euphemistische Beruhigung, kein wohliges Einrichten in Bequemlichkeit oder gleichschaltende Harmonisierung für die Komfortabilität des leichten Nachvollzugs, ist sie doch noch immer kämpferisch und widerstrebt aufkommenden Gelassenheitstendenzen und erblindender Entspannung. Dafür birgt sie eine besondere, kantige und kraftvoll strahlende Schönheit unter der rauen, oft schroff artikulierten Oberfläche ihrer reibungsreichen Klangereignisse. Aus Songfragmenten und skandierten Texten, verschiedenen Spielweisen des Free Jazz und der experimentellen Rockmusik entsteht The Ex. Die egalitäre Haltung braucht keine Worte, sämtliche Beteiligten sind gleichbedeutend, jedes Instrument besitzt eine eigenständige, zunächst unabhängige Stimme, welche im Dialog mit den anderen organisch sich entwickelnde Gruppenklangbilder erzeugt. Diese versammelt Jem Cohen, der bereits Washingtons Fugazi intensiv portraitierte, gemeinsam mit den visuellen, komplett schwarzweißen Bewegtbildern auf "Building A Broken Mousetrap" sehr eindringlich.

T. Stalling

http://www.theex.nl | http://www.jemcohenfilms.com | http://www.touchandgorecords.com

 

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