 Die in Berlin lebende Pariserin berührte mich bereits mit ihrem ersten Album „Virages“ mit ihrem besonderen Stil. Sie vermag es elektronisch dominierte Arrangements mit der ihr eigenen Emotionalität in eine bewegende Einheit zu bringen. Dabei ist „bewegend“ durchaus doppelsinnig zu verstehen, denn ihre Lieder sind oft tanzbar und anrührend zugleich. Dabei sind ihre Lieder durchaus aus dem Leben gegriffen, sie singt vom „Little Man Of Berlin“, dem Ampelmännchen und der Frage: „Zusammen oder getrennt“. Bei andren Liedern kann ich zwar den Inhalt nicht ganz erfassen, da ich kein Französisch spreche, aber sie sind wunderschön anzuhören. Mit „Si peu de texte“ findet sie gar ein Beispiel wie wenig Text ein Chanson braucht.Corinne Douarres Stimme ist sanft, warm und klar. Die Texte und Kompositionen sind fast immer von ihr selbst verfasst und vielleicht gerade deshalb so stimmig. So kommt beste Singer/Songwriter-Manier und französischer Charme in die Berliner Chanson-Landschaft. Sie bringt Experimentelles in ihren Liedern mit und wirkt dabei niemals künstlich, sie zielt auf Emotionen ohne auch nur die Spur kitschig zu wirken. Mit der Kombination aus französischen, deutschen oder auch zweisprachigen Liedern schafft sie die Verbindung der Kulturen über die Herzen ihrer Zuhörer. Von dieser Bereicherung und Ausweitung des Genres und der der Berliner Kulturszene bin ich begeistert. Kai Schmidt
|