 Clowns – Wer den Elektrodampf der letzten Goldfrapp-Singles noch in den Lungen hat, kann mit dem überraschenden Opener wieder durchatmen lernen: Sphärengeseufz, Akustikgeklimper, Vogelgezwitscher, alles drin. Ein Statement zum Auftakt.Little Bird – Auch der zweite Track schwelgt lange in Hippie-Soundscapes, explodiert im letzten Drittel aber kaleidoskopartig über einem toll verhallten Beat. Traumhaft. Happiness – Spätestens jetzt ist klar, dass "Seventh Tree" für einen kompletten Richtungswechsel, vielleicht gar für eine Neubesinnung steht, die den Breitwand-Sound des Debüts mit dem luftigeren Songwriting der letzten zwei Platten zusammenführt. Das ist spektakulär, "Happiness" aber bleibt ein blasses Stück... Road To Somewhere – ...genau wie dieser Song gleich im Anschluss, der bei konzentriertem Hinhören aber zumindest ein paar nette Effektspielereien offenbart. Eat Yourself – Aus einem gemütlich-nostalgisch kinsternden Fake-Vinyl-Intro wird hier ein fast meditativ entrückter Folk-Gothic entwickelt, der sich im Finale gänzlich ausklinkt. Verrückt aber: mit Chancen auf spätere Auskopplung. Some People – Die zweite Hälfte von "Seventh Tree" eröffnet unspektakulär konzepterfüllend. Ruhig, aber ohne Glitzern. A & E – Ganz, ganz anders die erste Single: der Sound ist hier endlich mehr als Selbstzweck und funktioniert vor allem als Kontext für ein in Perfektion ausgebildetes 3-Minuten-Wunder samt schlicht himmlischem Refrain. Das Beste, was Goldfrapp seit Jahren veröffentlicht haben! Cologne Cerrone Houdini – Ganz in der Tradition der unironisch-dichten James Bond-Atmosphäre der ersten Platte "Felt Mountain", auf der das Stück allerdings vermutlich auch nicht weiter aufgefallen wäre. Caravan Girl – Herrlicher, sonnengefluteter Hippie-Pop, zwei Zacken schneller als der Rest der Platte und nicht nur deswegen eine sichere Sache für amtliches Airplay. Darf man sich drauf freuen. Monster Love – Ein wenig triumphaler hätte man sich das Finale von "Seventh Tree" gewünscht, schön ist der Track, der als Quintessenz des neuen Sounds als programmatischer Opener eine erstklassige Figur gemacht hätte, aber trotzdem. Friedrich Reip
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