 Das neue Album „Einfach ich“ ist ein typisches Album von Udo Jürgens – Besonderheiten oder Überraschungen sucht man darauf vergebens. Im Alter von 73 Jahren besinnt sich der Künstler scheinbar auf biedere und sentimentale Lieder, mit denen er ja schließlich immer die größten Erfolge einfuhr. Aber auch wenn er versucht, auf ironische Weise, Themen wie zum Beispiel Umweltverschmutzung aufzugreifen, dann werden daraus oberflächliche und unglaubwürdige Trendschlager wie „Tanz auf dem Vulkan“. Die Botschaften wirken entweder arrogant-besserwisserisch oder plump-einschmeichelnd. Da habe ich schon deutlich besseres von ihm gehört. So ist auch „Fehlbilanz“ als neue Version eines vor Jahren von Michael Kunze getexteten Songs, letztlich der Beste auf dieser CD.Auch über die Arrangements kann man eigentlich nur stauen. Von dem im Booklet angepriesenen hervorragenden Londoner Orchester ist kaum etwas zu hören. Es wurde gnadenlos heruntergemischt und mit synthetischen Bearbeitungen verkleistert. Viele Melodien wirken wie von frühren Hits ausgeliehen. Schade, dass ein Mann mit dieser Erfahrung und Lebensweisheit ein so plattes Album macht. Kai Schmidt
|