 Auf "Bill Dixon With Exploding Star Orchestra" treffen zwei Kompositionen des Trompeters und eine des Kornettisten aufeinander. Dixons auf einem über mehrere Minuten vereinnahmend hypnotischen Groove basierendes Stück "Entrances/One" nimmt dem relativ frei agierenden Ensemble die sonst so oft im Free Jazz aufkommende destruktive Radikalität und fokussiert ihre Energie auf ein rhythmisches Leitmotiv sowie die Betonung von individuellen Klang- und Texturelementen zu einem vielschichtigen Gesamtgebilde. Im Anschluss erzählt Mazureks "Constellations For Innerlight Projections (For Bill Dixon)" tatsächlich, mittels der vortragenden Stimme und den Schallereignissen des Orchesters, seine Herangehensweise an die Ensembleimprovisation. Nach einer vorbereitenden Einleitung, samt Erzählung, erwächst eine Passage von immenser Dichte, welche in ein frei assoziiertes Echtzeit-Gruppenarrangement, sanft bis majestätisch, zerbrechlich bis übersprudelnd im Verlauf, mündet. Abschließend basiert Dixons "Entrances/Two" auf dem bereits eingangs etablierten Groove, dessen Bassmotiv und das fein ziselierte Schlagzeugspiel zunächst von Pauken und widerhallenden Trompetentönen begleitet werden, bevor das Ensemble diesen beschwingten Eingang in Gruppenimprovisationsprozesse ganz gemächlich, durch Hinzugabe immer weiterer Instrumentenstimmen, zu einer vitalen wie orchestral tief greifenden und weit reichenden Jazz-Explosion, frei von Zerstörung, geraten lässt. Dieses Orchesteralbum verwandelt die große Besetzung mit bemerkenswert intensiver Wirkung in ein lebendiges Klangwerkzeug, welches sich viele Momente der Ruhe gönnt und in immer wieder veränderter Gestalt ausstreckt, um sich hören lassen zu können.
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