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Bill Dixon With Exploding Star Orchestra - s/t 

07.02.2008

Für dieses große Ensemble, das Exploding Star Orchestra, versammelt der Komponist und Kornettist Rob Mazurek seit 2005 Improvisierende der Chicagoer Musikszene. Wen er jedoch auch für Auftritte dieser Gruppe gewinnen konnte, im Anschluss an einen Auftritt beim "Guelph International Jazz Festival" in Ontario, ist der Trompeter und Komponist Bill Dixon. Dieser war in den Sechzigern an den Entwicklungen im Free Jazz maßgeblich beteiligt - ebenso am einflussreichen Event "October Revolution in Jazz". Seine Bedeutung wird jedoch zumeist verkannt, zugunsten anderer Virtuosen wie Archie Shepp, Ornette Coleman und John Coltrane. Bewahrt hat sich Dixon, der lange Jahre seiner Lehrtätigkeit am Bennington College und weniger einer „Karriere“ im Jazz nachging, jedenfalls seine Vision, welche ihn mit dem großen Ensemble Mazureks zusammenbringt.

Bill Dixon With Exploding Star Orchestra - s/tBill Dixon With Exploding Star Orchestra - s/tAuf "Bill Dixon With Exploding Star Orchestra" treffen zwei Kompositionen des Trompeters und eine des Kornettisten aufeinander. Dixons auf einem über mehrere Minuten vereinnahmend hypnotischen Groove basierendes Stück "Entrances/One" nimmt dem relativ frei agierenden Ensemble die sonst so oft im Free Jazz aufkommende destruktive Radikalität und fokussiert ihre Energie auf ein rhythmisches Leitmotiv sowie die Betonung von individuellen Klang- und Texturelementen zu einem vielschichtigen Gesamtgebilde.

Im Anschluss erzählt Mazureks "Constellations For Innerlight Projections (For Bill Dixon)" tatsächlich, mittels der vortragenden Stimme und den Schallereignissen des Orchesters, seine Herangehensweise an die Ensembleimprovisation. Nach einer vorbereitenden Einleitung, samt Erzählung, erwächst eine Passage von immenser Dichte, welche in ein frei assoziiertes Echtzeit-Gruppenarrangement, sanft bis majestätisch, zerbrechlich bis übersprudelnd im Verlauf, mündet.

Abschließend basiert Dixons "Entrances/Two" auf dem bereits eingangs etablierten Groove, dessen Bassmotiv und das fein ziselierte Schlagzeugspiel zunächst von Pauken und widerhallenden Trompetentönen begleitet werden, bevor das Ensemble diesen beschwingten Eingang in Gruppenimprovisationsprozesse ganz gemächlich, durch Hinzugabe immer weiterer Instrumentenstimmen, zu einer vitalen wie orchestral tief greifenden und weit reichenden Jazz-Explosion, frei von Zerstörung, geraten lässt. Dieses Orchesteralbum verwandelt die große Besetzung mit bemerkenswert intensiver Wirkung in ein lebendiges Klangwerkzeug, welches sich viele Momente der Ruhe gönnt und in immer wieder veränderter Gestalt ausstreckt, um sich hören lassen zu können.

T. Stalling

http://www.thrilljockey.com

 

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