 Auch die Bühnenfiguren haben sich weiterentwickelt. So treffen wir in der ersten Halbzeit Tetta und Lo direkt am Tag nach ihrer Hochzeit. Doch wer denkt, dass die Dialoge zwischen den Beiden dadurch an Bissigkeit verlieren würden, liegt meilenweit daneben. Erstmal gibt es ganz unterschiedliche Wahrnehmungen von der Hochzeitsfeier, dann werden Kindheitstraumata analysiert und Bekannte am Telefon abgewimmelt. Alles spielt sich auf der Couch des heimischen Wohnzimmers ab und hier werden auch die Chansons gesungen, die sich eben auch mit dem Verheiratet Sein und anderen Beziehungszuständen beschäftigen. Dabei geht es auch schon mal in die melancholische Richtung, denn „Traurig kommt über Nacht“.Nach der Pause sitzen Malediva wieder in gewohnter Pose auf ihren Barhockern, ungeschminkt sind sie immer noch und auch die Themen ihres Programms. Wenn es um Sexgeräusche in der Nachbarwohnung geht und um die Aufklärung in ihren Kindertagen. Auch das Älterwerden spielt eine Rolle und wird auf charmant unterhaltsame Weise in die Lieder und Gespräche eingebaut. Malediva sind mit „Ungeschminkt“ einen mutigen Schritt nach vorn auf ihr Publikum zugegangen. Mit persönlicher Nähe präsentieren sie die individuelle Normalität einer schwulen Beziehung. Sie werden von Figuren zu Menschen – greifbar und angreifbar. Dafür ernten Sie von ihren Zuschauern Sympathie und Begeisterung. Kai Schmidt
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