 Anfangs wird Wohlklang noch eigenwillig interpretiert und ist die Stimme sehr zerbrechlich und etwas zu schüchtern zurückhaltend, um diese anvisierten Gesangsmelodien allgemeinverträglich hinauszutragen. Das ist eben ein Indie-Ansatz, der gedankenschwer und doch leicht und unverkrampft hiesige Rockansätze in Texten, Tönen und Rhythmen, mal noisig kratzend und dröhnend, dann mal wieder poppig und schwerelos oder mehrdeutig ganz bisschen kompliziert, melancholisch formuliert. Gar zu einfach gestaltet, vom Reim über die Tonfolgen bis hin zum Gesamt-Arrangement, macht es zu schnell müde, bereitet zu wenig anhaltende Freude. Deswegen wandelt Pendikel auf Umwegen und über unebenes Terrain, umkreist sanfte Harmonien, zerstößt schwere Brocken, kollidiert mit Kitsch und Kinderei, um aber auch mal die groß angelegte und doch intime Songwriterkomposition - Nick Drakes "River Man" -, gerne auch Prog zu zitieren - "Red" von King Crimson -, damit geringfügig zu überfordern und vielfältig aus sich herauszugehen. "Reise ins Gewisse" bricht das Schweigen über die Hintergründe, beschreibt das Dasein vom Früher bis zum Jetzt und greift beherzt nach anvisierten Sternen, ist vergegenwärtigte Vergangenheit – die bandeigene und ebenso mehrfach eine fremde Nacherzählung, Rekonstruktion, Umdeutung: "It´s Expected I´m Gone" der Minutemen kommt in veränderter Gestalt -, inklusive Schatzsuche und Geheimnislüftung, genauso aber auch Ausblick und offenbarende Selbstfindung – samt Hidden Track.
Diese Compilation präsentiert bisher unveröffentlichte Musik, Ausschnitte der bisher schon mehr oder weniger bekannten Tonträgerexistenz der Gruppe und führt Remixe des 2006 erschienenen Albums "Don´t cry, Mondgesicht" zusammen. Wer wissen möchte, was Pendikel ist, der braucht diese Zusammenstellung von Klassikern, Raritäten und Remixen. Alle anderen aber auch.
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