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In bester Tradition großer Indie-Rock-Sehnsuchtsgruppen, wie den Lemonheads und den Descendents, die ohrenschmeichlerisch den überaus genießbaren harmonischen Hits der Sixties-Guitar-Pop-Legenden frönen und deren akustischem Glanz die kraftvoll-ruppige Attitüde des ursprünglichen Punk Rocks der späten Neunzehnsiebziger entgegenstemmen, werfen die Ex-Boyfriends mit leidenschaftlichen Liebesliedern nur so um sich. Das Trio aus San Francisco beschränkt die Bestandteile ihrer Dreiminutensongs auf ein beständig den Backbeat trommelndes Schlagzeug, einen etwas knarzig rumpelnden, massiven Motivationsbass, einer nur ganz leicht schrillen Rhythmusgitarre und den angerauten Melancholiegesängen. Damit erschaffen die drei Amerikaner sympathische Herzschmerzhymnen, die von der Teenagerzeit bis ins hohe Alter Gültigkeit besitzen, weil sie direkt in den Organismus eindringen und mit ihm eine nahezu unmittelbare Verschmelzung eingehen. Denn weder wird auf "In With" zuviel Pathosballast aufgetragen, noch sind die Riffs zu plump oder werden gar kunstvolle Ablenkungen von den aufs Wesentliche reduzierten eingelassen. Das Trio gibt sich als Trio und verzichtet, bis auf einige Keyboardbegleitungen von Sänger und Gitarrist Colin, auf erweiterte Studioarrangements ihrer rockenden Kleinode.
 Es ist eine wahre Freude die Ex-Boyfriends zu hören. Sie beweisen ein schamlos gutes Gespür für perfekt inszenierte Melodien, denen der Rock niemals abgeht, auch wenn die wohligen Tonfolgen eigentlich in lieblichen Popsongs ertönen möchten. Einige Lieder sind zwar nur durchschnittlich gut gelungene College Rock-Songs und keine Sofort-Hits, doch die Quote der Stücke, die immer und immer wieder gehört werden wollen, ist ziemlich hoch. Ein solch gutes Gefühl und einen derart guten Eindruck hat ein simples Gitarrenalbum eventuell seit dem Debüt von Weezer nicht erzeugen können. Diese Lieder sind in sich geschlossen und harmonieren dermaßen gut miteinander, da bedarf es eigentlich keines ulkigen Mehrfachcovers – Fans detektivischer Brettspiel werden begeistert sein, soviel sei verraten.
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T. Stalling
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