 King Quasi nennt sich das Produkt aus dem Hause Maintheme und ist ein gutes Beispiel, wie Internet-Marketing heutzutage betrieben wird: Bei Youtube gibt es ein Video, wo vor dem Auftritt ein vermummter Kumpel von Quasi mit einer Pistole (vermutlich Schreckschuss) in die Luft ballert, da richtigen Rappern Worte als Waffe nicht reichen und bei Myspace gibt es einen Diss-Track, der erst mal alle und jeden als „Hurensohn“ beschimpft, damit sich möglichst viele aufregen. Aber verdammt, heutzutage schockt die abgebrühten Kiddies ja echt gar nichts mehr.Doch das ist alles noch kein Grund, wegzuhören. Genauso wie Sido seine teils sexistischen und homophoben Texte nicht böse genommen wurden, weil er sie immer mit einem kleinen Augenzwinkern transportieren konnte, so überwiegt bei König Quasi der Spaß beim Hören der Songs. Die Beats sind meist von Quasi selbst und basslastig, melodisch und mit leichter Rotzfahne, so wie es sich für tanzbare HipHop-Sounds gehört. Die Texte sind sogar halbwegs abwechslungsreich und innovativ – wenn man das eher niedrige Niveau der sonst üblichen „Autos-Nutten-Knarren“-Songs anlegt, um die es auch hier geht. Hey, der Typ gibt in einem Song sogar zu, dass er eine Gummipuppe besitze! Die Tracks „Raus aus der Klapse“, „Killerparty“ und „Randale“ sind wahre Ohrwürmer, die allein dafür sorgen, dass man sich das Album mehrmals anhören will. Also: Wer Sido mag, wird sich auch mit König Quasi anfreunden können.
Robert Kneschke
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