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Nadjas zweites Album, "Radiance Of Shadows", ist eine ziemlich fiese Schreckensgestalt von einem Longplayer. Lediglich drei Stücke erstrecken sich über mehr als eine Stunde. Und obwohl es grundsätzlich monoton zugeht, Rhythmen mit wenig Ereignisdichte und andauernde Töne sich seelenruhig ausbreiten, kommt dieses seltsame Machwerk weder langatmig noch irgendwie auch nur ansatzweise langweilig daher. Denn Kanadas beklemmend intensiv tönende, für jegliche sinnvoll, weil gruselig-grausam schön integrierbare Klangerzeugungstechnik aufgeschlossene Dunkelheits-Texturen-Gruppierung generiert dröhnende musikalische Schwere für das dritte Jahrtausend.
 Nadja atmet die Geschichte des manisch-magischen Schlepprock und der orchestralen Feedback-Orgien der Vergangenheit, erinnert an Bombast-Keyboard-Hymnen und technoide Metal-Spielarten.
Die dunklen Verstärker-Lava-Groll-Aufnahmen der frühen Earth sind ebenso ein Bestandteil des Erbguts dieses Albums, wie die im Widerhall der verzerrten Akkorde aufblitzenden melancholischen Melodiefragmente der grandiosen, leider viel zu wenig zahlreichen My Bloody Valentine-Dokumente. Hinzu kommt der nuancenreiche, viel andeutende und verheimlichende, für Dichte und auch Weite sorgende Soundscape-Einbezug.
Somit imponiert "Radiance Of Shadows" mit drei über zwanzigminütigen Stückgiganten, gleichsam Knispel-Loop-Meditationen, Brummelgitarren-Messen und elektronisch verfeinerte Maschinenschlagwerk-Epen.
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T. Stalling http://www.alien8recordings.com | http://www.aidanbaker.org
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