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Food – Molecular Gastronomy 

11.01.2008

Die Kombination aus zumindest teilweise improvisierten Musizierformen einerseits und Schallereignissen identischer Digital-Reproduzierbarkeit andererseits, sie könnte das aufregendste Zusammenkommen unter der Sonne sein. Leider allerdings ist dies nur allzu selten Realität. Denn, hier trifft das Sprichwort ins aussagekräftige Ziel, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Gerade Zweige des immer weiter alternden, sich auf bereits hinlänglich erkundete Bereiche seiner Tradition zurückziehenden Jazz, sie könnten endlich wieder knospen und sich selbst erneuern. Doch lauern auch viele Gefahren auf dem Weg zu einem veränderten Praktiken- und Klangkosmos.

Food – Molecular GastronomyFood – Molecular GastronomyBereits die Einführung und extensive Nutzung elektronischer Schlagzeugbegleitung betrog die vitalen Rhythmen oft um ihre Lebendigkeit und Variabilität. Bis auf wenige Ausnahmen zeugte sie von schlechtem Connaisseur-Geschmack und dem drögen Abdriften in bieder-harmlose Dudelei. Anders als die akustische Weichzeichner-Virtuositätslangeweile entwickeln dagegen Food, die Zweiheit bestehend aus Iain Ballamy und Thomas Strönen, eine Zusammenkunft und immer wieder neu angegangene Verbindung von Jazzpraktiken und repetitiver Loop-Soundscape-Pattern-Digitalität. Traditionell gespielte Instrumente und Gegenwartstechniken reiben aneinander, kommen überein, entfernen sich voneinander, schaffen subtil aufrüttelnde Menschmaschinen-Ad-Hoc-Kompositionen und am Groove der uneingeschränkten Tanzbarkeit orientierten, weltoffenen Quasi-Jazz. Das Food-Duo, bei einigen Stücken tatkräftig und wirkungsvoll von Pianistin Maria Kannegaard und Keyboarder/Effektzubringer Ashley Slater, gibt sich keinen Illusionen hin. Fallen der dudeligen Beliebigkeit umspielen die beiden, selbst eher Passagen münden in knisternd anregende Melodieführung und gepflegte Offbeat-Rhythmus-Spuren. Ihre geschwinderen Stücke sind sowieso massiv rockende Uptempo-Funk-Jams, welche geschwind oder auch hypnotisch sämtliche Vorzüge des geistesgegenwärtigen Interplays verdeutlichen.

T. Stalling

http://www.runegrammofon.com | http://www.ballamy.com | http://www.thomasstronen.com | http://www.ashleyslater.com

 

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