 Eine schrille Stakkato-Gitarre, rumpelnde Beats, Perkussionseinwürfe, rhythmische Basslinien, Keyboard-Kürzel, gesprochene, soulful gesungene oder eher skandierte Vocals etablieren eine Clubmusik, die weder stumpf oder gar irgendwie dümmlich, noch irgendwie ermüdend daherkommt, weil sie mit ihrem vieldeutigen Minimalismus spannende Verbindungen schafft. Noch immer klingen ESG erfrischend eigen und ihre geradezu unbekümmerte Herangehensweise krönt inspirierte Leidenschaft durch die schlichte Komposition diverser Dreiminutenmeisterwerke, die eigentlich in keiner Post-Punk-Plattensammlung fehlen dürfen - darunter den prototypischen Diss-Track "Erase You (Puppy to Your Side)" und den hypnotischen Tanzbodenkracher "Moody". Selbst die bisher ungehörten Raritäten, auch wenn sie bisweilen etwas schlingern oder wenig brillant, weil etwas verwaschen statt brillant klingen - etwa die Originalversion von "Six Pack" -, sind funkende und funkelnde Perlen.
Simplifiziert und bisweilen auf das nackte Schlagzeug, Handclaps, einen Basslauf und Shouts reduziert - wie in "Dance To The Beat Of Moody" -, rocken ESG das Haus.
Die Freude am weltoffenen familiären Musizieren sowie des unverkrampften, unangestrengten und leichtfertig Grenzenaustestens ist noch heute erstaunlich, ebenso bestens hör- und tanzbar in seiner streng repetetiven Machart.
Mitunter inszenieren sie sich selbst als monoton rockende Maschinenmusikerinnen oder die Schwestern tragen gar den harten Discogroove auf die Straße, nehmen derart die sich ausbreitende Hip Hop-Kultur auf und einige ihrer aufkommenden musikalisch spannendsten Charakteristika, nämlich die synergetischen Kollisionen, Zusammenführungen und Fusion zuvor unvereinbar empfundener Stilistiken, genüsslich vorweg.
|