 Im zweiten Teil der absurden Achtziger war Berlins nahezu absolut authentischer Vorzeigekrach das scharfe, tapfere und beherzte Gebretter von Jingo De Lunch. Die Band um die stimmgewaltige Shouterin Yvonne Ducksworth – irgendwann im Anschluss an die Bandkarriere auch mal in VIVAs Headbangerprogramm zu beobachten -, agierte abenteuerlich für damalige Verhältnisse. Die Gruppe verband kompromisslosen Hardcore, der zu dieser Zeit immer mehr in polternden Metal-Spielarten aufzugehen schien, mit mitressendem Hardrock und aufbegehrende Punk-Power mit Pop-Appeal. Die gesamte hiesige Untergrundszene war hin und weg, selbst am damals noch auszumachenden Mainstream ging die Band nicht spurlos vorbei. Zur richtigen Zeit, mit den richtigen Ideen, am richtigen Ort.Doch so schnell die interne Entwicklung sich in tollen Songs und verschwitzten Konzerten manifestierte, kam das eventuell vorzeitige Ende. Die Trennung verhinderte allerdings auch die Gefahren der Selbst-Wiederholung, bewahrte den Kultstatus. Bis heute ranken Fans und Begleiter der Gruppe kleine, feine Lokallegenden aus Kreuzberg und einer Vielzahl trans-regionaler Kellerclubs. Wer bisher keine Ahnung hatte, wie eine zeitgenoessische Alternative zu den Bad Brains bereits in den Zeiten von I Against I und Quickness klingen kann, konsumiere den Zusammenschnitt der Berliner Rasanz: "The Independent Years".
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