bloom

Magazin -> Archiv

Cocoa Tea - Biological Warfare 

23.06.2007

Wie ein Fels in der Brandung: Auf mehr als 20 Alben kann Cocoa Tea in seine über 30jährigen Musiker-Karriere zurückblicken und immer noch schafft er es, hohe Standards zu halten. In Zeiten von Gunshot- und Slackness-Lyrics tut es gut, auf Albumlänge einem Sänger zuzuhören, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn er gegen Armut, Ausbeutung und Kolonialismus ansingt. Auch das hat Tradition: Nachdem 1990 sein Golfkrieg-kritischer Song "Oil Thing" nicht im jamaikanischen Radio gespielt werden durfte, sang er das noch radikalere Lied "No Blood For Oil" ein.

Cocoa Tea - Biological WarfareCocoa Tea - Biological WarfareAuch auf diesem Album bleiben die Angriffe nicht nur gegen ein ominöses "Babylon" gerichtet, sondern es werden die genannt, die unter anderem für die schwierige Lage in Afrika mitverantwortlich sind: der spanische Seefahrer Christopher Columbus, die britische Königin Viktoria oder der simbabwische Diktator Mugabe, außerdem wird nicht nur verbal Feuer verteilt, sondern es werden auch die Ausgrenzungs- und Ausbeutungsmechanismen beschrieben.

Trotz der stärkeren Politisierung Cocoa Teas bleiben die Songs melodisch und die Melodien eingängig. Die drei Dancehall-Tunes bleiben die schwächsten des Albums, die Roots-Reggae-Riddims sind eindeutig besser für die süße Stimme von Cocoa Tea geeignet. Wer seit 30 Jahren Peter Tosh hinterher trauert, findet in "Biological Warfare" ein Album, welches dem Veteranen würdig wäre.

Robert Kneschke

http://www.minor7flat5.com

 

Cd(s) bei amazon.de kaufen bzw. vorbestellen...

 

 

 


 

Powered by form4

Bei Fragen, Anregungen oder Beiträgen eMail an info@bloom.de.
Für die Richtigkeit der oben stehenden Artikel übernehemen wir keine Gewähr.