 Auch ein Klaus Hoffmann wird sichtlich nicht jünger, doch schafft er sich sichtlich redlich auf der Bühne und legt sich für sein Publikum auch körperlich voll ins Zeug. Ein mit Leidenschaft interpretiertes Chanson verlangt eben einiges an Kraft. Diese hatte mit Sicherheit Jacques Brel, der seine Lieder wahrlich lebte. Und unter den deutschen Interpreten kommt dem wohl Klaus Hoffmann am nächsten. So könnte man ihm wohl sogar die Aussage abnehmen: “Ein Chansonier singt nicht um Geld zu verdienen, sondern er verdient Geld um singen zu können“. Ein Satz der auf Brel voll und ganz zutrifft, hat er doch auch noch todkrank gesungen und Platten aufgenommen.Diesen und anderen speziellen manchmal gar unbekannten Seiten Brels bringt uns Hoffmann auf angenehm persönliche Weise näher. Dazu gehören eben auch Lieder die den meisten unbekannt sein werden. So wird der Abend zur Kombinationsreise durch das Leben zweier Künstler – dem Idol und dem Nacheifernden. Manchmal sind die Ausführungen etwas wirr und hier und da gibt es Hänger beim Text, doch dies ist bei einem derart emotional engagierten Interpreten auf jeden Fall verzeihlich. Spätestens dann, wenn seine Stimme eine Gänsehaut über den Rücken schickt. Zum Nachhören sei die kürzlich erschienen CD „Wenn uns nur Liebe bleibt“ empfohlen. Kai Schmidt
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