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Ob man wollte oder nicht, die eigentlich belanglose Geschichte des Eisbären "Knut" konnte man eigentlich nicht verpassen, da selbst konservative Medien wie die öffentlich-rechtlichen Sender das Thema breit aufgegriffen haben. Der Logik des Marktes folgend ist im Informationszeitalter Aufmerksamkeit ein Wirtschaftsgut und daher hat die Vermarktungsmaschinerie den lieben Knut auf allen Kanälen am Laufen. Heute: CD-Singles.
 Dabei gibt's mittlerweile mehrere Lieder und CDs mit gleichem Thema, die hier vorliegende ist vom Interpreten Knut der kleine Kuschelbär ;-)Ein Mädchen namens Lara hat sowohl "Knut geht's gut" als auch "Ich heiss' Knut" eingesungen, Text und Musik kamen vom Produzenten. Es mag nicht weiter überraschen, dass beide Songs keine besonderen musikalischen Überraschungen bieten, simples Hintergrundgeplätscher (das stark nach Standard-Presets von Supermarkt-Synthesizern klingt) und das dünne Stimmchen einer vielleicht 8-jährigen, die inhaltslose Texte über ein Eisbärenbaby trällert. Beide Melodien erinnern mich stark an irgendwelche Kinderlieder, ohne dass mir der Name einfallen möchte. Alles in allem belanglos, billig, aber - so ist zu befürchten - erfolgreich. Wer Schnappi, das kleine Krokodil mochte, der wird auch diese CD schön finden. Der Rest nicht.
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Das eigentlich bemerkenswerte an diesem vorgezogenen Sommerloch-Hype ist die schier umfassende mediale "Aufarbeitung" einer Geschichte ohne großen Nährwert: Mittlerweile sind mehrere Knut-Singles erschienen, der RBB zeigt eine siebenteilige Reihe ( "Hallo Knut!" ), die Bilds und Morgenposts der Republik füllen ihre Titelbilder mit Eisbärfotos und die Menschen unserer schönen Republik kaufen, kaufen, kaufen.
Der Berliner Zoo ist eine Aktiengesellschaft, das hat seit Jahren keinen interessiert, aber plötzlich steigen die Kurse, von den Warteschlangen an der Kasse ganz zu schweigen. Als ich das erste Mal mit dieser Story in Berührung kam, war mir unklar, wieso eine Zeitung über solch ein Thema berichten könnte, aber mittlerweile muß ich anerkennen, dass künstlich aufgeblasene Aufmerksamkeit sehr wohl reale Folgen haben kann: allein die enorm gestiegenen Einnahmen an der Kasse des Berliner Zoos sind ein wunderbar durchexerzierter Beleg für die wirtschaftliche Relevanz von öffentlichem Interesse. Wieder etwas gelernt über die Informationsgesellschaft. In diesem Zusammenhang ist es unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nur konsequent, wenn beispielsweise CDs wie die vorliegende auf den Markt gebracht werden. Für Musikfreunde mag das Ergebnis unattraktiv sein, aber so ist der Stand der Dinge. C. Schulze
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