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Mika: Kurzbesuch in Stockholm 

10.04.2007

Nicht ein einziges Plakat von Mika trat mir vor die Augen. Trotzdem war sein Konzert am 7. April im Stockholmer Berns ausverkauft. Eine wahnsinnige Location. Eine Art Ballsaal. Mit riesigen Kronleuchtern an den Decken, Spiegeln an den Wänden und Balkonen. Fast schon wieder ein wenig kitschig. Aber wahrscheinlich der passendste Ort für sein Konzert auf der gesamten Tour.

Mika: Kurzbesuch in StockholmMika: Kurzbesuch in StockholmEr kam mit einem weißen T-Shirt auf die Bühne, welches im Stil seines Covers bunt bedruckt war. Das ganze mit glitzernden Pailletten versehen. Und trug dazu weiße Hosenträger, die er locker herunterhängen ließ. Das Publikum tobte. Von der ersten Sekunde an war die Stimmung auf ihrem Höhepunkt. Unglaublich. Alle waren dabei. Sangen mit, tanzten und starrten gebannt auf die Bühne. Die Mädels schrieen dazu, wie man es bei einem Take That-Konzert erwarten würde. Doch waren hier im Publikum nicht die Teenager in der Überzahl. Eine völlig gemischte Ansammlung von den boygroupliebenden Mädels, über einige aus der Gay community, wobei man diese in Stockholm nicht immer von den anderen unterscheiden kann. Aber auch Freunde von Soul und Funk waren dabei. Und langhaarige junge Männer, die man zu Hauf bei Konzerten von Indierockbands zu Gesicht bekommt. Sogar ganze Familien.

Zwischen den einzelnen Songs erzählte Mika kurze Geschichten. Allerdings keine langen Monologe, sondern kurz und spritzig. Wie es der ganze Abend war. Keine Sekunde zum Nachdenken. Ein einziger Rausch durch sein Album. Ziemlich in der Mitte sang er den Hiddentrack “Over My Shoulder” und ließ den Besuchern die Gänsehaut den Rücken herunterlaufen. Klang der erste Song von ihm noch wie über ein Playback gesungen, bewies er nun seine grandiose Stimme. Die Höhen wie die Tiefen kamen locker und sauber wie auf der CD rüber. Unbeschreiblich. Er schmetterte einfach alles in den Raum, ganz relaxt und natürlich.

Mika: Kurzbesuch in StockholmMika: Kurzbesuch in StockholmIn Schweden wurde sein letzter Song des Abends „Grace Kelly“ bereits als zweite Single ausgekoppelt. Hier wurde er mit seiner Coverversion „Relax (Take It Easy)“ bekannt. Nach „Grace Kelly“ jedenfalls verschwand Mika mit seiner Band, um unter tosendem Applaus verkleidet zurückzukommen. In Tierkostümen gaben sie einen Kreistanz zum Besten, Mika als Affe. Ohne einen Sinn darin zu sehen, passte es irgendwie zu der ganzen Atmosphäre des Abends. Und natürlich ließen sie die Fans nicht ohne eine Zugabe gehen: „Lollipop“, die dritte Single aus seinem Debütalbum „Life In Cartoon Motion“. Auf einmal flogen riesige Luftballons durch die Luft und von oben gab es einen phänomenalen Glitzerregen. Bunt, schrill und kitschig. Das moderne Studio 54 wurde eröffnet.

45 Minuten Konzert. 45 Minuten Party pur. Kurz, aber lohnenswert. Eben ein einzigartiger Rausch. Voller Funk, Soul und Pop. Der neue Robbie Williams? Auf jeden Fall ein Gigant am Pophimmel.

Felix Kosel

http://www.mikasounds.com

 

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