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CocoRosie über Pyjamas auf Konzerten 

06.04.2007

Am 13.04.2007 ist es endlich soweit: an diesem Tag erscheint das dritte Album von CocoRosie, „The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn“. bloom.de hat sich zu diesem Anlass mit den beiden sympathischen Schwestern in einem indischen Restaurant in Berlin-Mitte getroffen.

CocoRosie über Pyjamas auf KonzertenCocoRosie über Pyjamas auf KonzertenBianca und Sierra Casady haben bereits fertig gegessen und sitzen nun entspannt vor einer Tasse schwarzen Tee mit Milch. Sie sind sehr aufgeschlossen und freundlich, obwohl sie bereits einige Tage Interviewmarathon hinter sich haben. Sierra trägt indianisches Outfit und hat sich eine kleine, silberne Träne unter das rechte Auge gemalt. Bianca malt komische Kringel und Zeichen in ein Heft und macht sich dann und wann Notizen zu unserem Gespräch.

Der Sound ihres neuen Albums ist immer noch unverkennbar CocoRosie, klingt bisweilen härter, dancelastiger, immer jedoch detaillierter in der Soundauswahl als seine Vorgänger. Kleinigkeiten sind prominent platziert, wie etwa das Geräusch einer sich drehenden Münze. Bianca ist etwas überrascht, dass der Klang so genau zu erkennen ist. Sie erzählt, dass sie diese ungewöhnlichen Sounds nutzen, um gezielt bestimmte Atmosphären zu schaffen. Insgesamt begreifen sie ihren Sound eher szenisch, denn harmonisch. Der kreative Prozess verläuft in Bildern, die wie Filmszenen aufgebaut sind. Die Geräusche und der Klang bilden dann den Hintergrund.

Das Denken in bewegten Bildern ist nicht nur der Grund dafür, dass sie auch auf Tour und auf der Bühne viel mit Filmelementen und Video arbeiten, es hilft ihnen auch, die Charaktere ihrer musikalischen Abenteuerfahrt genau zu entwickeln.

„The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn” ist voll von Charakteren. Vor allem Bianca hat sich damit auseinandergesetzt, wie Stimmen Charaktere ausdrücken und diese Charaktere dann wieder die Stimme beeinflussen. Die leitende Figur für das Album, das zwar von eigentlich privaten Geschichten erzählt, diese jedoch als fairy tale transzendiert, ist Wee Willie Winkie, eine Gestalt aus einem alten schottischen nursery rhyme, die um acht Uhr abends mit einer Kerze von Tür zu Tür geht und fragt, ob die Kinder schon im Bett sind. Das ist genauso schön wie unverständlich, hört man dem Album aber ebenso an, wie die Inspirationsquellen nahe einer alten Farm, der alten Nachteule, den murmelnden Fluss und den Friedhof mit seinen Kindergräbern.

Ja, ihre dritte Veröffentlichung ist eine Nachtplatte geworden, ein schwarzer Diamant im Schnee, wie CocoRosie selber sagen. Ihr größter Wunsch für die kommenden Konzerte wäre es daher auch, wenn ihre Besucher im Pyjama erscheinen. Dann ist auch Wee Willie Winkle anwesend, irgendwie.

Dennis Deter

http://www.cocorosieland.com - http://www.myspace.com/cocorosie

CocoRosie auf Tour:

  • 09.04.2007 Berlin, Postbahnhof
  • 04.06.2007 Köln, Kulturkirche
  • 05.06.2007 Frankfurt, Mouson Turm
  • 06.06.2007 Mannheim, Alte Feuerwache
  • 07.06.2007 Schorndorf, Manufaktur
  • 08.06.2007 Zürich, Theater Moods
  • 09.06.2007 Düdingen, Kilbi Festival
  • 10.06.2007 München, Muffathalle

 

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